Während Umbauphase wird aus Cafe Kultus in Grevenbroich das Pop up Kultus

Vorübergehende Schließung : Aus Café Kultus wird jetzt provisorisches Pop up Kultus

Das Ende kam mit Ankündigung und tut doch weh. Mit dem Auftritt des kanadischen Duos Dana Sipos und Benjamin Hermann in der vergangenen Woche endet jetzt eine Ära, nämlich die des Café Kultus’ am Marktplatz.

Allerdings nicht für immer. Während der Umbauphase, in der St Peter und Paul umfassende Renovierungsmaßnahmen auch an diesem Gebäudeteil vornehmen will, wird Kultus-Chef Stefan Wehlings den Treff als „Pop up Kultus“ weiterführen. „Das wird ein Provisorium“, sagt er über das Konzept des temporären Veranstaltungsorts auf dem Ostwall 19. Denn die Umbauphase soll auch ein Neubeginn sein. „Wenn hoffentlich im Juli 2019 alles fertig ist, werden wir zwar am alten Ort mit gewohnter Arbeit weitermachen. Aber nicht im alten Interrieur“, wozu das Sammelsurium alter Café-Kultus-Gegenstände von der umfassenden Bücher- und CD-Sammlung über alllerlei Mobiliar zählt. „Ins Pop up ziehen wir nur mit der Licht -und Tonanlage“, beschreibt er das leichte Gepäck. Andere Utensilien wie beispielsweise das legendäre Klavier haben einen neuen Besitzer gefunden. „Das haben wir bei unserem Flohmarkt an die Leute der Stellwerk-Initiative gegeben“, berichtet Wehlings, wo das Instrument „ein neues und gutes Zuhause“ gefunden hat: „So bleibt es für die Öffentlichkeit erhalten und wird hoffentlich oft genutzt.“

„Das Provisorische im ‚Pop up Kultus’ soll sichtbar sein“, sagt Wehlings über die jetzt anbrechende Übergangsphase. „Loungig wird es nicht werden, dafür haben wir genügend Raum für Experimente.“ Lokale Musiker, die bislang vergeblich auf der Suche nach Proberäumen waren, sollen hier beispielsweise Unterschlupf finden. Und vieles soll sich entwickeln können. „Denn viel Zeit zum einrichten haben wir nicht“, nachdem jetzt die Technik in den vergangenen Tagen an die neue Adresse verbracht wurde, steht bereits am 9. Oktober die Eröffnung bevor. „Das wird ein sportlich-strammes Programm“,beurteilt Wehlings das enge Zeitfenster.

Zum Neustart in der kommenden Woche soll ein Filmabend anstehen. Gezeigt wird ein Film über das von der Landkarte verschwundene Dorf Otzenrath in der Gemeinde Jüchen, das einstmals dem Tagebau weichen musste. Beim nächsten Termin wird dann Sängerin Clara Klum einen neuen Vokal-Workshop geben, ehe es literarisch-nostalgisch wird. Andrea Hoffmann wird zum ersten Mal aus dem von ihr verfassten Buch „Verliebt in Grevenbroich“ vortragen. Die Lesung soll gleichermaßen ein Fest für Augen, Ohren und Beine sein. Musik spielt eine eigene Rolle in „Verliebt in Grevenbroich“, um die 100 Titel aus den Achtzigern sind eingeflochten – und in diesem Sinne könnte die Lesung partymäßig beim Tanzen enden. „So ist der Abschied vom Café mit einem weinenden und einem lachenden Auge zu verkraften“, sagt Stefan Wehlings. „Es geht ja weiter.“

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