Vortrag in Grevenbroich: Manager reist durch Asien und findet zu sich selbst

Vortrag in der Stadtbücherei : Eine Reise zu sich selbst

Christof Jauernig schmiss seinen Job und reiste sechs Monate durch Asien. Seine Eindrücke schildert er bei einer Veranstaltung in der Stadtbücherei.

Der Analyst Christof Jauernig hatte genug. Genug von seinem Job bei einer Unternehmensberatung in Frankfurt. Er schmiss hin und brach nur mit einem Rucksack zu einer Reise durch Südostasien auf. Die Eindrücke, die er auf seiner sechsmonatigen Tour sammelte, sollten sein Leben von Grund auf ändern.

„Ich hatte einen Job, der mir im Laufe der Jahre immer mehr zu wider wurde“, sagt Jauernig über die Motivation für seine Reise. „Ich habe mich immer schlechter gefühlt und nur aus Angst vor einem Neustart weiter gemacht.“ Bis er doch genug hatte und kündigte. Dass es ihn in seiner Auszeit nach Asien verschlagen hatte, war kein Zufall. Jauernig kannte die Region bereits von Urlaubsreisen. Jetzt hatte er endlich die Ruhe, sich von den bereits lieb gewonnenen Orten ein gründliches Bild zu machen.

Acht Länder bereiste Jauernig. Er machte Halt in Thailand, Kambodscha, Vietnam, laos, Myanmar, Malysia, Bali und Singapur. Er reiste viel mit Bussen und der Eisenbahn. Um in entlegende Orte zu kommen, nutzte er einen Motoroller. Insgesamt legt er rund 20.000 Kilometer zurück. „Es war eine Reise zu mir selbst“, sagt er. Besonders die vielen Begegnungen mit Menschen aber auch der Kontakt zur Natur hätten tolle Momente geschaffen, von denen er beeindruckt gewesen sei.

Christof Jauernig berichtet in der Stadtbücherei von seiner Reise. Foto: Christof Jauernig

Besonders in Erinnerung geblieben ist dem 46-Jährigen zum Beispiel eine Szene in einer Pagode in Myanmar. Mitten in der Regenzeit, bei extremem Tropenregen, saß ein Mönch eineinhalb Stunden im Regen und meditierte. „Im totalen Chaos hat er sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Daraus konnte ich eine Lehre für mein eigenes Leben ziehen“, sagt Jauernig, der froh sei, sein Job verlassen und sich auf die ungewisse Reise begeben zu haben – auch wenn er keine spektakulären Abenteuer erlebt habe.

Die Augenblicke seiner Reise hielt der Frankfurter fotografisch fest und teilte die Bilder zusammen mit notierten Reiseimpressionen mit seinen Freunden auf Facebook. Weil ihn viel positive Resonanz erreichte, beschloss er, nach seiner Heimkehr eine Ausstellung zu machen. Die Vernissage, unterlegt von eigenen Klavierimprovisationen und Texten, wurde ein voller Erfolg. „Als ich in den Augen mancher Gäste Tränen sah, dämmerte mir, dass ich eine Sehnsucht berührt hatte, die anscheinend nicht wenige Menschen in sich tragen. Und dass ich damit jetzt nicht einfach wieder aufhören kann“, sagt Jauernig. So wurde aus dem Abend der Auftakt einer ungeplanten Lesereise. Mit dem Teilen seiner Geschichte möchte Jauernig Menschen Mut machen, auch solchen, die sich auf ihrem beruflichen oder sonstigen Lebensweg ihrerseits in einer Sackgasse oder Umbruchsituation befinden. „Ich erkläre dabei Jobausstieg und Asienreise nicht zum Allerheilmittel für jeden, sondern möchte vermitteln, wie wichtig es ist, die eigenen inneren Wünsche und Wahrheiten wahr- und ernst zu nehmen“ sagt er.

Über seine Reise berichtet der ehemalige Analyst in vielen Städten, es ist sein Beruf geworden. Am Mittwoch, 5. Februar, ist Jauernig in der Grevenbroicher Stadtbücherei zu Gast und zeigt, was er auf seiner Reise durch Asien alles erlebt hat. Los geht es um 19.30 Uhr. Der Eintritt kostet zehn Euro. Tickets gibt es im Internet unter „VHS-Grevenbroich.de“ oder telefonisch unter 02181 608236.

(jlu)