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Vortrag im Kloster Langwaden zum THema "Unternehmen und Glauben"

Königliches Gemüse und gute Gespräche im Kloster : Klosterleben als Inspirationsquelle

Beim Vortrag in Langwaden sprach Jurist und Theologe Hubertus Zilkens über berufliche Perspektiven im Spannungsfeld zwischen Ethik und Digitalisierung.

„Auf den Spuren eines Unternehmensberaters im Spannungsfeld zwischen Geld und Glauben“, lautete das Thema, zu dem sich Gäste im Kloster Langwaden trafen. Vortragender war der in Korschenbroich lebendende Unternehmensberaters Hubertus Zilkens, der auch katholische Theologie studiert hat. Zur Freude seiner Zuhörer bot er die Kombination aus Intellekt, Esprit und Humor – kein Wunder, dass er in der nächsten Session den legendären „Bergischen Jung“ Willibert Pauels als Büttenredner beerben wird.

Der Jurist, Theologe und vierfache Vater skizzierte Inspirationsquellen und mögliche Zukunftsszenarien: „Die Wirtschaft sowie Führungskräfte können viel vom klösterlichen Leben lernen in einer Zeit, in der wir uns permanent für das Glück entscheiden müssen.“ Nach seiner Ansicht mutiere das Leben „zu einer riesigen Casting-Show“, der ethische Klimawandel führe dazu, dass „zwischenmenschliche Werte nicht gelebt werden und das eigene Ego im Vordergrund steht“. Die Menschen auf Erden hofften auf ein Vollkasko-Leben. „Dieser moderne Glücksabsolutismus macht die Leute aber nicht glücklich“, erklärte der Referent. Zilkens, der zur Freude der Anwesenden mit fundiertem Wissen überzeugte, beschrieb die Kraft der Kirche mit Begriffen aus dem Marketing: Da wurde das Kreuz zum „Brand Signal“, das Freude, Hoffnung, Trost und Erlösung verspricht. Die Kirche biete auch die perfekten Events, die akustisch durch Glockengeläut und durch den Geruch von Weihrauch erlebbar werden. Der Haken an der Sache: „Wir brauchen super Führungskräfte“, erklärte Zilkens, ohne näher auf mögliche diesbezügliche Defizite einzugehen.

Außerdem wagte er einige Zukunftsprognosen. „90 Prozent aller Jobs werden digitale Kompetenzen erfordern, 65 Prozent der heutigen Grundschulkinder werden Berufe ausüben, die es heute noch gar nicht gibt.“ Das Smartphone drohe zur verlängerten Nabelschnur zu werden – ungeachtet dessen und parallel dazu werde die Kommunikation von Angesicht zu Angesicht auch künftig von großer Bedeutung sein.

Auch die Führungskultur werde im digitalen Zeitalter an Wichtigkeit nichts einbüßen. In diesem Zusammenhang zitierte Hubertus Zilkens Bernhard von Clairvaux und formulierte eine wünschenswerte Maxime: „Stehe an der Spitze, um zu dienen und nicht, um zu herrschen.“