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Grevenbroich: Vorbild für das Schlossbad

Grevenbroich : Vorbild für das Schlossbad

Das Schlossbad ist ein Endlos-Thema in der Stadt. Der 1969 erbaute Kasten aus Glas und Beton ist schon lange nicht mehr zeitgemäß. Eine Vorbild-Lösung für einen Neubau steht im 15 Kilometer entfernten Wickrath.

Die Frage beschäftigt die Grevenbroicher: Was wird aus dem Schlossbad? Vor zwei Jahren schien das Endlos-Thema endlich konkret zu werden. Seinerzeit beschloss der Bäderausschuss einen Neubau des Bades. Die Kosten würden, das ermittelte die 2008 von der Stadt beauftragte Planungsgruppe VA aus Hannover, bei 12,7 Millionen Euro liegen.

Geschehen ist bislang nichts. "Momentan gilt in dieser Sache: Still ruht der See", sagt Rosemarie Cremer (SPD), stellvertretende Vorsitzende des Sport- und Bäderausschusses. Bei der NGZ-Mobil-Aktion auf dem Marktplatz machten sich in der vergangenen Woche viele Bürger vehement für einen Neubau nach Wickrather Vorbild stark.

Das dort gelegene Schlossbad Niederrhein lockte seit der Neueröffnung 2008 in der Spitze bis zu 3614 Badegäste am Tag, darunter viele Grevenbroicher. Im Schnitt waren es 2009 an den Sommer-Wochenenden 1100 Gäste, unter der Woche 800. Zum Vergleich: Der Rekord lag im Grevenbroicher Bad 2009 laut Stadtsprecher Andreas Sterken in der Spitze bei 1117 Besuchern (Freibad) beziehungsweise 402 Gäste (Hallenbad).

Ein Grund für den Wickrather Erfolg: Das Schlossbad Niederrhein kann mit einigen Attraktionen wuchern. Neben dem Hallenbad, das über einen Durchschwimmkanal zum Ganzjahres-Außenbecken führt, locken ein 25-Meter-Sportbecken sowie ein Kinder- und Nichtschwimmerbecken. Beliebt, vor allem bei Kindern, ist ein 80 Meter langer Wildwasserkanal, der für zusätzlichen Badespaß sorgt.

Darüber hinaus sorgen in einem "Erlebnis-Bereich" Strömungskanäle, Massage-Düsen und Sprudel-Elemente für die Entspannung der Schwimmgäste. Das Angebot in Wickrath zeigt: Um konkurrenzfähig zu bleiben, müssen Bäder heute bei weitem mehr als Schwimmbecken bieten. Zumal sich das Grevenbroicher Schlossbad gegen weitere Konkurrenz behaupten muss.

Im Sommer eröffnet das "Monte Mare" in Bedburg. Dort entsteht neben mehreren Becken ein großer Wellness-Bereich, dazu kommt eine Sauna-Landschaft. Mit diesem Angebot drohen Grevenbroich weitere Badegäste davonzulaufen. Rosemarie Cremer hofft, dass bald Bewegung in die "unendliche Geschichte Schlossbad" kommt. Es müsse dringend eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden.

Bis diese Studie fertig ist, sind der GWG, die als künftiger Betreiber im Gespräch ist, die Hände gebunden. Es gab jedoch Gespräche mit der NVV, die auch das Wickrather Bad betreibt. "Allerdings ohne Ergebnis oder Vorentscheidung", sagt NVV-Sprecher Helmut Marmann. Man sei weiter gesprächsbereit. "Wir werden uns aber auf keinen Fall an Defiziten zu diesem Thema beteiligen", betont Marmann.

(RP)