Grevenbroich: Von der Tanzkapelle zur Oldie-Rockband

Grevenbroich: Von der Tanzkapelle zur Oldie-Rockband

Ob Sanierung der Orgel, Vatertagsfest oder überschwemmte Waldwege rund um Mühlrath: Peter Lys ist dabei. Dabei ist ihm seine Musik - neben Eherfrau Margriet - das Wichtigste. Mit der Coverband "Hart am Limit" tritt er Samstag auf.

"Neben meiner Frau ist Musik mein Lebensmittelpunkt", sagt Peter Lys. "Aber wenn es Stress gäbe, weil ich musiziere, dann ginge das auch nicht. Das Umfeld muss das mittragen." Seit 19971 ein Paar, nimmt Ehefrau Margriet die Aktivitäten ihres Mannes gelassen. Und wenn er als Keyboarder am kommenden Samstag zusammen mit seinen Kollegen von der Band "Hart am Limit" ein Konzert gibt, "dann sitze ich an der Kasse", erzählt sie schmunzelnd über die in gegenseitigem Einverständnis getroffene Aufgabenverteilung. "Er ist halt jemand, den man eher bremsen muss", sagt sie über den Mühlrather, der so viele Hobbys hat.

"Ich bin ein Teil von vielen", winkt er hinsichtlich seines Engagements als Sammler zur Sanierung der Orgel oder Organisator des traditionellen Vatertagsfests in Mühlrath ab. Vor allem in der Coverband wäre er ohne seine Mitmusiker nichts. Seit 2006 spielen Bassist Norbert Müller, Gitarrist Karl-Heinz Engels, Gitarrist und Sänger Josef Holzapfel, dessen Frau, die Sängerin Anita Küpper, sowie Saxofonist und Sänger Holger Schellhas zusammen mit Keyboarder Peter Lys. "Früher, in den Tanzkapellen, mussten wir spielen, was das Publikum wollte. Heute haben wir im Programm, was uns gefällt", erzählt der 66-Jährige. Überwiegend Titel ausden 60er und 70er Jahren, "aus der Zeit, in der wir jung waren", bringen sie am Samstag zu Gehör. Generalprobe war gestern Abend, hauptsächlich für den neuen Schlagzeuger Hans Brückner. Zur Musik kam Lys als kleiner Junge. Mutter Lieschen spielte Akkordeon, was er versuchte "nachzuklimpern". Zehnjährig erteilte ein Onkel Akkordeon-Unterricht, Zwölfjährig wechselte er zu Bruno Böttcher, "Fachmann und vormaliger Kirchenmusiker in Allrath. Ein Virtuose", wie er selbst keiner wurde. "Aber ich spiele so, dass man es sich anhören kann", meint er. Mit 14 Jahren gründete er seine erste Band, benannt nach einer beliebten Fernsehserie "Die Strolche". Später in den 70er Jahren folgte "Team 74". "Mal sang meine Schwester Maria, mal Margriet", erinnert er sich an stimmgewaltige Besetzungen. Dann aber spielten "Arbeit und Familie die Hauptrolle", ehe als beginnende Pensionäre "Hart am Limi"t aus der Taufe gehoben wurde. Gründungsmitglieder waren neben Peter Lys Bassist Norbert Müller und Saxophonist Holger Schellhas, ehe Josef Holzapfel (66) den Weg in die Band fand. Einmal wöchentlich wird geprobt, bevorzugt Songs der Beatles, der Stones oder von Eric Clapton.

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"Gesang ist unsere Stärke", sagt Jupp Holzapfel über die Gruppe, tanzbar sei das Repertoire ohnehin. Und dass keine Unterwäsche in Richtung Bühne geworfen würde, läge nicht am mangelnden Zuspruch, sondern daran "aus dem Alter raus" zu sein, "weil wir uns ja auch gar nicht mehr bücken können", wie die beiden Mittsechziger meinen. Vier Auftritte im Jahr absolvieren sie - "früher war das viel mehr, aber das schaffen wir nicht mehr". Denn auch, wenn die Musik das Zentrum von Lys' Leben ist, will er sich all seinen anderen interessen ebenfalls widmen können.

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