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Grevenbroich: Villa an der Poststraße wird zum Denkmal

Grevenbroich : Villa an der Poststraße wird zum Denkmal

Unternehmensberater Björn Kleszczewski hat das Gebäude mit der Hausnummer 85 gekauft und lässt es jetzt denkmalgerecht sanieren. Die Faszination für das ehrwürdige Haus reicht bis in seine Kindheit zurück.

Björn Kleszczewski kennt das Haus an der Poststraße 85 schon seit Kindertagen. "Genau gegenüber ist mein Kinderzimmer gewesen", erzählt er. "Ich habe das Haus immer toll gefunden". Zu seinem Vater, dem Architekten Birk Kleszczewski, habe er daher gesagt: "Wenn das Haus irgendwann auf dem Markt ist, sag Bescheid." Nun ging alles schneller als gedacht, und Björn Kleszczewski ist inzwischen Eigentümer der Immobilie.

Jetzt hat er sich zum Ziel gesetzt, der Villa zu altem Glanz zu verhelfen, und lässt sie denkmalgerecht sanieren. Ein wichtiger Schritt wurde in der jüngsten Ratssitzung vollzogen - das Gebäude ist nun in die Denkmalliste der Stadt eingetragen, die Zustimmung der Ratsmitglieder erfolgte einstimmig. Denkmalpfleger Martin Zabel freut sich: "Ein weiteres Kleinod in Wevelinghoven wird erhalten. Ich kann das nur begrüßen." Dies gelte vor allem auch, weil der Eigentümer selbst den Vorschlag gemacht habe, das Haus in die Denkmalliste eintragen zu lassen. Mit der Eintragung in die Liste, so erklärt die Vorlage für den Rat, kann der Eigentümer seine Investitionen in die denkmalgerechte Sanierung steuerlich geltend machen.

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Eine Prüfung des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) hatte zuvor bestätigt: "Das Wohnhaus (...) ist ein Baudenkmal im Sinne des Paragrafen 2 Denkmalschutzgesetz NRW. Es ist bedeutend für die Geschichte des Menschen in Wevelinghoven."

Gebaut wurde die Villa wohl um die Mitte des 19. Jahrhunderts, genauer eingegrenzt werden kann die Grundsteinlegung heute nicht mehr. Denkmalpfleger Zabel berichtet aber, dass um diese Zeit auch weitere aufwendige Gebäude errichtet wurden. Bauherr des Gebäudes an der Poststraße 85 war Friedrich Aretz, Stadtverordneter in Wevelinghoven und Inhaber einer Lederfabrik. Das Wohnhaus, so erklärt das LVR-Gutachten, habe seine Wichtigkeit angemessen widerspiegeln sollen. Im Verlauf der 20. Jahrhunderts kam ein Anbau hinzu und es wurden bauliche Veränderungen durchgeführt.

Beispielsweise seien die hohen, mit Stuck verzieren Decken abgehängt worden, erzählt Björn Kleszczewski. Seine Sanierungsmaßnahmen zielen jetzt darauf, "den ursprünglichen Charakter der Räume wiederherzustellen". So werden unter anderem Wände entfernt, die zusätzlich gezogen worden waren, es sollen denkmalgeeignete Holzfenster eingebaut werden und auch der Anstrich der Fassade soll angepasst werden. Voraussichtlich im Sommer 2017 sollen diese Arbeiten abgeschlossen sein. Die Wohnung im Erdgeschoss wird ausgenommen: Dort lebt die Vorbesitzerin des Hauses, die ein lebenslanges Wohnrecht genießt. In die darüberliegende Wohnung und das Dachgeschoss könnten Mieter einziehen, vielleicht bezieht aber Björn Kleszczewski auch selbst mit seiner Lebensgefährten die oberen Stockwerke. Der Unternehmensberater möchte zudem den Garten ansprechend gestalten und so einen Beitrag zur Aufwertung der Poststraße leisten.

(NGZ)