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Grevenbroich: Viele Gebühren steigen

Grevenbroich : Viele Gebühren steigen

Fürs Abwasser, für den Winterdienst und bei den Friedhofsgebühren müssen viele Grevenbroicher im kommenden Jahr tiefer in die Tasche greifen. Ein Trost: Die Abfallgebühren bleiben konstant. Was sich 2012 ändert.

Teurer wird's im Jahr 2012 — zumindest bei vielen Gebühren. Zahlreiche Grevenbroicher müssen für Abwasser und den Winterdienst, aber auch bei der Grabstätten-Nutzung tiefer in die Tasche greifen — der Stadtrat gab jetzt dafür grünes Licht. "Als Nothaushaltskommune sind wir verpflichtet,die Gebühren kostendeckend zu kalkulieren", erklärt Stadtsprecherin Ines Hammelstein im Rathaus zu den Änderungen. Im Januar werden die Bescheide verschickt.

 Die Müllgebühren bleiben konstant, für einige Tonnen wird eine andere Zahl von Leerungen kalkuliert.
Die Müllgebühren bleiben konstant, für einige Tonnen wird eine andere Zahl von Leerungen kalkuliert. Foto: Malz (Archiv)

Abwasser Schon im Sommer hatte der Bund der Steuerzahler NRW der Stadt ein schlechtes Zeugnis ausgestellt: Die Abwassergebühren seien zu hoch. Im Januar wird's nochmals teurer: Die Gebühr fürs Niederschlagswasser steigt um 21 Prozent — von 1,38 auf 1,68 Euro auf je versiegeltem Quadratmeter. Bei einem Grundstück mit 200 Quadratmeter Dach- und Asphalt macht das 60 Euro im Jahr mehr aus.

 Auch für viele Grabstätten müssen die Grevenbroicher 2012 deutlich mehr zahlen.
Auch für viele Grabstätten müssen die Grevenbroicher 2012 deutlich mehr zahlen. Foto: Hans Jazyk (Archiv)

Die Gründe: "Immer mehr Flächen werden entsiegelt. Das ist ökologisch gut, wirkt sich aber auch bei den Gebühren aus. Die Kosten müssen auf eine kleinere Fläche umgelegt werden", so Kämmerin Monika Stirken-Hohmann. Außerdem übernahm die Stadt jetzt das von der Deutschen Stadt- und Grundstücksflächenentwicklungsgesellschaft (DSK) gebaute Kanalnetz im Neubaugebiet Kapellen. Die dafür notwendigen Abschreibungen lassen die Gebühr laut Stadt ebenfalls steigen. Eine weitere Änderung: Wer spezielles — bislang gebührenfreies — Ökopflaster verlegt hat, wird künftig fürs Niederschlagswasser auf dieser Fläche zur Kasse gebeten — für 30 Prozent des Regenwassers. Konstant bleibt dagegen die Schmutzwassergebühr.

Friedhöfe Die Gebühren fürs Nutzungsrecht einer Grabstätte steigen zum Teil erheblich — für ein Wahlgrab beispielsweise von 1793 auf 1979 Euro. Wer sich für ein anonymes Urnengrab entscheidet, zahlt mit 1488 Euro 12,2 Prozent mehr.

Winterdienst Auch der Räum- und Streudienst wird teurer: In der Streustufe 1 (etwa vielbefahrene Hauptstraßen) müssen 44 Cent je Frontmeter Grundstück mehr bezahlt werden, in der Streustufe 2 sind es 59 Cent mehr. Die Stadt begründet dies mit gestiegenen Aufwendungen für den Winterdienst.

Abfall Die positive Nachricht: Die Abfallgebühren, die 2011 gesenkt wurden, bleiben 2012 unverändert. Die Stadt berechnet aber für mehrere Gefäßgrößen der grauen Tonne eine geänderte Zahl von Leerungen, die dem Bedarf näher kommt — für die 80-Liter-Tonne etwa 18 statt bislang 34 Abfuhren. Der Vorteil dieser Korrektur: Nachzahlungen oder Rückerstattungen sollen so reduziert werden.

(NGZ)