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Grevenbroich: Videokontrolle an Containern?

Grevenbroich : Videokontrolle an Containern?

Flaschen, Hausmüll und sogar medizinisches Gerät häufen sich regelmäßig an den Glascontainern in Elfgen. Kein Einzelfall in Grevenbroich. Die Stadt denkt darüber nach, bestimmte Standorte per Video zu überwachen.

Elfgen Die Glascontainer an der Deutsch-Ritter-Allee sind ein ständiges Ärgernis. Neben den Boxen stapeln sich nicht nur Flaschen in großer Zahl. Sogar medizinische Ampullen und Schläuche liegen auf dem Gehweg regelmäßig herum. Und wenn die Container vom Entsorger Alba geleert werden, bleiben Unmengen von Scherben liegen. Das ärgert nicht nur die Elfgener, sondern auch die Politiker.

"Unmöglich", wettert SPD-Fraktionsvize Holger Holzgräber: "Die Leute beschweren sich massiv über diese Sauerei." Seine Forderung: "Da muss mehr kontrolliert und konsequent durchgegriffen werden." Vor allem die medizinischen Abfälle seien aus seiner Sicht ein Unding: "Was passiert, wenn ein Kleinkind so etwas in den Mund nimmt?", fragt der Ratspolitiker.

Im Rathaus ist das Ärgernis bekannt, sagt Stadtsprecher Andreas Sterken: "Dieser Standort steht öfters im Fokus von Beschwerden. Wir wissen, dass dort vermehrt wilde Müllkippen auftreten, unter anderem liegen dort Spritzen." Wie Sterken erklärt, werden die Glascontainer einmal in der Woche von Alba geleert, an jedem Donnerstag fährt zudem die Entsorgungsgesellschaft Niederrhein vor, um die Standorte von Scherben und Unrat zu säubern. "Mit dem wöchentlichen Reinigen können die Müllablagerungen leider wohl nicht verhindert werden", bedauert Sterken.

Vor diesem Hintergrund fordert die SPD zusätzliche Reinigungen: "Grundsätzlich müssen die Container und ihr Umfeld öfter gereinigt werden", sagt Holger Holzgräber. Außerdem spricht er sich für regelmäßige Kontrollen durch das Ordnungsamt aus: "Verbunden mit Bußgeldern für diejenigen, die dort wilden Müll abkippen."

Alternativ kann sich Andreas Sterken eine weitere Möglichkeit vorstellen: "Brisante Standorte, wo übermäßige Verschmutzungen auftreten, könnten mit einer Video-Überwachung ausgerüstet werden, wie es etwa in Pulheim praktiziert wird." Zusätzliche Reinigungen seien indes kostenintensiv: "Damit erreichen wir auch nicht, dass sich das Verhalten der Müllverursacher nachhaltig ändert. Je mehr wir reinigen, desto mehr wird dort auch illegal entsorgt", sagt Sterken.

Die SPD-Fraktion will das Thema Müll nun verstärkt auf die politische Tagesordnung bringen: "Da werden wir Druck machen", erklärt Holger Holzgräber. Denn nicht nur an den Containern in Elfgen, sondern im gesamten Stadtgebiet gebe es ein Müllproblem. "Das ist ein Riesenthema in unseren Bürgersprechstunden", schildert der Grevenbroicher: "Die Leute sind aufgebracht. Davor kann die Verwaltung nicht die Augen schließen." Die SPD kündigt vor diesem Hintergrund Anträge und Forderungen an die Bürgermeisterin an.

(NGZ)