Grevenbroich: VHS holt Landtagskandidaten an den runden Tisch

Grevenbroich: VHS holt Landtagskandidaten an den runden Tisch

Vor der Wahl im Mai: Volkshochschule und ihr Förderverein veranstalten Fragerunde mit den Bewerbern.

Wie halten es die Landtagskandidaten aus dem Südkreis mit der Inneren Sicherheit, was sagen sie zur Bildungspolitik und wie stehen sie zur Braunkohle? Fragen wie diese bildeten den Rahmen eines Abends, zu dem die Volkshochschule (VHS) und ihr Förderverein jetzt in den Bernardussaal einluden. Rund 100 Zuhörer waren dabei, darunter viele Vertreter der lokalen Politik-Szene.

Rainer Thiel (SPD), Heike Troles (CDU), Karlheinz Meyer (FDP), Hans Christian Markert (Grüne), Anne Rappard (Linke) und Joachim Paul (Piraten) waren der Einladung gefolgt, die Kandidaten von AfD und Zentrum hatten abgesagt. "Weil ihnen die Einladung zu kurzfristig war", sagte Michael Neubert vom Sender NE-WS 89.4, der als Moderator durch eine etwa zweistündige Veranstaltung führte und den Bewerbern die Gelegenheit gab, ihre Positionen zu vertreten.

Und die Zuhörer erfuhren so einiges: Etwa, dass Innenminister Ralf Jäger "ein dufter Typ" sei, wie Parteigenosse Rainer Thiel wusste: "Halten Sie mal das aus, was der aushalten muss", sagte er. Thiels Einschätzung, dass das Sicherheitsgefühl der NRW-Bevölkerung- trotz der Kölner Silvesternacht - hoch ist, konnten andere Kandidaten aber nicht nachvollziehen: "Da muss dringend was getan werden", meinte Karlheinz Meyer. Etwa mehr Polizisten einstellen, wie es Heike Troles, Hans Christian Markert und Anne Rappert forderten. Und mehr Videoüberwachung? "Nur mit richterlichem oder staatsanwaltschaftlichem Beschluss", stellte Joachim Paul klar.

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Was die Zukunft der Braunkohle betrifft: "Mit uns wird es keine Endzeit-Diskussion geben", betonte Heike Troles: "RWE und die Beschäftigten brauchen Planungssicherheit." Das sieht auch Rainer Thiel so, der davon ausgeht, dass konventionelle Kraftwerke über das Jahr 2050 hinaus gebraucht werden - auch "weil die Region mit ihrer Aluminium- und Chemieindustrie noch lange auf bezahlbare und saubere Energie angewiesen sein wird." Künftig müsse zwar eine andere, klimaverträglichere Versorgung her, sagte Hans Christian Markert - aber: "Auf längere Sicht brauchen wir die Braunkohle noch." Nicht nur um Strom zu produzieren, sondern auch "um die Kunst- und Kraftstoffe der Zukunft zu entwickeln."

Während Markert den Braunkohleausstieg auf 2037 datierte, geht Anne Rappert vom Jahr 2035 aus - "das ist realistischer". Der heimische Rohstoff sei aus ihrer Sicht ohnehin ein Auslaufprogramm. Und auch Joachim Paul plädierte für einen schnellen Abschied von der Braunkohle: Die Erneuerbaren Energien seien technologisch so weit vorangeschritten, dass sie Arbeitsplätze schaffen würden. "Bitte nicht immer neue Termine", forderte Karlheinz Meyer und warnte: "Bei einem vorzeitigen Ausstieg stehen 10.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel."

Im Rahmen der Reihe "Politik? Jetzt!" planen Volkshochschule und Förderverein weitere Veranstaltungen, die zur politischen Meinungsbildung in Grevenbroich beitragen sollen. "Uns ist es wichtig, auch junge Leute für Politik zu interessieren", sagt Ressortleiterin Claudia Bodewig. An den Schulen wurden bereits Flyer verteilt, die für die Politik-Reihe der VHS werben.

(NGZ)
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