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Grevenbroich: Verwirrung um den Buckau-Spielplatz

Grevenbroich : Verwirrung um den Buckau-Spielplatz

Das Tor zum Spielplatz im Buckau-Viertel steht offen, Kinder spielen auf den Geräten. Doch laut Stadt ist die neue Anlage offiziell weiter gesperrt, eine Erklärung der Firma Van der Looy fehle. Seit vielen Jahren warten Familien auf den Platz.

Das große nagelneue Klettergerüst mit Seilen und Stangen lockt ebenso wie das Spielhaus und die Nestschaukel - das Tor zum Spielplatz im Buckau-Viertel steht einladend weit offen. Doch es klingt wie eine Posse: Die Anlage, auf die Kinder und Eltern seit Jahren warten, ist fertig - fürs Spielen freigeben ist sie aber noch nicht. Das erklärte Stadtsprecher Andreas Sterken auf Anfrage.

Kinder haben längst Fakten geschaffen, spielen auf den neuen Geräten, "erobern" sich selbst das 6000 Quadratmeter große Spielparadies. Manche Eltern sind da zurückhaltender: "Wir möchten wegen der Sicherheit gern wissen, ob der Platz freigegeben ist. Wir haben dazu keine Information erhalten", sagt Simone Heusel, die 35-Jährige ist Mutter von zwei Kindern. Auch Sibille Nowak (52) sagt: "Viele Eltern hier fragen sich, ob ihre Kinder jetzt hier spielen dürfen."

Die Frage ist berechtigt, nicht nur weil das offizielle Spielplatzschild fehlt. "Die Anlage ist noch gesperrt. Wer das Tor am Zaun geöffnet hat, wissen wir nicht", erklärt Wolfgang Hufendiek vom städtischen Fachbereich Jugend. Zugleich sagt er aber: "Wir dulden, dass Kinder dort spielen, weil keine Unfallgefahr auf dem Platz besteht."

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Stadtsprecher Andreas Sterken nennt Details: "Faktisch ist der Platz fertig. Doch von der Firma Van der Looy, die für den Bau zuständig ist, fehlt noch die schriftliche Bestätigung, dass die bei der Abnahme durch die Dekra monierten Mängel behoben wurden." Eine Formalie also. Mitarbeiter des Fachamts hätten bereits festgestellt, dass die Mängel beseitigt seien. Laut Stadt musste unter anderem an einigen Schrauben korrigiert werden, die hervorstanden. Solange die Erklärung fehle, gehöre der Platz noch Van der Looy.

Besonders ärgerlich: Viele Familien im Viertel warten seit Jahren auf die Anlage. "Wir wohnen seit 14 Jahren hier. Ich dachte, dass meine Kinder hier spielen können. Doch die sind erwachsen, jetzt kann meine Enkelin den Platz nutzen", erzählt Sibille Nowak. Jahrelang gab's im Buckau-Viertel Spielplatz-Provisorien, bereits 2005 forderten Eltern vehement vernünftige Spielmöglichkeiten. Projektentwickler Van der Looy hatte bis spätestens Ende 2012 Zeit mit der Fertigstellung des Areals. Aber daraus wurde nichts - wegen Finanzproblemen. Politiker drängten auf Fertigstellung, die Stadt suchte mit der Firma nach einer Lösung. Erst als das Unternehmen Grundstücke verkaufte und der Erlös auf ein Treuhandkonto bei der Stadt floss, waren die letzten Erschließungsarbeiten und der Spielplatzbau möglich.

Im Frühjahr wurden erste Geräte aufgestellt, doch zur Eröffnung kam es bislang nicht. "Der Spielplatz ist sehr schön geworden, aber er kommt zehn Jahre zu spät", sagt Jana Ostwald (36), die im Buckau-Viertel wohnt. Und Birgit Büssing (43) spricht von einem Trauerspiel. "Vor zehn Jahren haben wir bereits dafür gekämpft. Und nun hatten wir monatelang die schöne Anlage vor der Nase, doch die Kinder konnten sie nicht nutzen."

Ein Lichtblick: In etwa zwei Wochen soll er eröffnet werden - so ist der Plan der Stadt.

(NGZ)