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Grevenbroich: Verein will ab 2015 neue Zentralmoschee bauen

Grevenbroich : Verein will ab 2015 neue Zentralmoschee bauen

Der Verein "Diyanet" will schon 2015 mit den Bauarbeiten für eine neue Moschee mit zwei Minaretten für insgesamt 2000 Gläubige beginnen.

Migration und Integration - das sind Themen, mit der sich auch die Stadt Grevenbroich beschäftigen muss. Nachdem vor vier Jahren vom Integrationsrat im Stadtrat ein Antrag zur Benennung der Stichstraße neben der Moschee am Hammerwerk in "An der Moschee" gestellt wurde, konnte die Umbenennung am Samstag im Rahmen eines Kinderfestes zum 94. Jahrestag der Gründung des türkischen Parlaments gefeiert werden. Die Stadt Grevenbroich ist damit die erste Stadt in Deutschland, die eine Straße neben einem muslimischen Kulturzentrum so benennt.

In Zukunft könnte es am Hammerwerk weitere Veränderungen geben. Der Vorsitzende des Grevenbroicher Integrationsrates Yahya Cakar verkündete zunächst auf türkisch, dass Architekten bereits an ersten Entwürfen für einen Neubau der Moschee arbeiten.

Diese Nachricht hatte der Verein um das türkische Kultur- und Begegnungszentrum "Diyanet" bewusst bis zur feierlichen Zeremonie am Samstag unter Verschluss der Öffentlichkeit gehalten. Yahya Cakar bestätigte später die Planungen für den Neubau einer Zentralmoschee auf dem Gelände der seit 1983 bestehenden Moschee am Hammerwerk. "Der Neubau soll deutlich schöner und größer werden, als der jetzige", sagte Cakar. Geplant werde ein Bau mit zwei Minaretten und drei Kuppeln. Damit will der Verein "Diyanet" auf einen "akuten Platzmangel" reagieren.

Landtagsabgeordneter Rainer Thiel (3.v.l.), Integrationsrats-Vorsitzender Yahya Cakar (4.v.r.) und Bürgermeisterin Ursula Kwasny (3.v.r.) schnitten symbolisch ein rotes Band für die neue Straße "An der Moschee" durch. Foto: lber, archiv

Das Problem: Wenn der Imam beim Freitagsgebet (der Freitag hat bei Muslimen den gleichen Stellenwert wie der Sonntag bei Christen) aus Koran oder Hadith rezitiert, wird es oft eng in der Moschee. Diese sei dann mit bis zu 1500 Besuchern hoffnungslos überfüllt. "Die neue Moschee soll 2000 Besuchern im großen Gebetsraum Platz bieten", berichtete der Vorsitzende des Integrationsrates auf Anfrage unserer Zeitung. Er ist zuversichtlich, dass die Stadt Grevenbroich das Vorhaben unterstützt und alle notwendigen Genehmigungsschritte einleitet. Cakar geht noch weiter und nennt die Sommerzeit 2015 als konkreten Zeitpunkt, in dem die Bauarbeiten beginnen könnten.

"Unser Verein vertritt etwa 4500 Menschen mit muslimischen Glauben", sagt der gebürtige Grevenbroicher. Allein dem Verein "Diyanet", der die Moschee am Hammerwerk betreibt, gehörten rund 500 Mitglieder an. Zwischen der türkischen Gemeinde und der Stadt Grevenbroich würden immer mehr Brücken geschlagen werden: "Das Ansehen unseres Vereins hat sich stark zum Positiven entwickelt", schildert der 36-Jährige.

Bürgermeisterin Ursula Kwasny (CDU), die die Feierlichkeiten zur Umbenennung der Stichstraße ummantelt von arabischen Tänzen wie etwa dem der Kölner Tanzgruppe "Baris" vorne auf der Bühne verfolgte, äußerte sich am Samstag nicht offiziell zum Neubau der Zentralmoschee. Sie betonte währenddessen die Wichtigkeit der neuen Adresse: "Damit identifiziert sich die türkische Gemeinde." Wenige Minuten nach ihrem Grußwort riss Ismail Zengin von der "Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion" in seiner Rede die "enorme Bedeutung" eines Neubaus an.

(NGZ)