Verdienstmöglichkeiten von Azubis in Pflegeberufen

Ausbildungsvergütung in Grevenbroich: Azubis in Pflegeberufen weiterhin massiv gesucht

Arbeitskräfte im Pflegebereich sind gefragter denn je. Der Beruf einer Pflegefachkraft ist verantwortungsvoll, erfordert viel persönlichen Einsatz – und wird schlecht bezahlt. Das, so lautet die gängige Meinung, beginnt schon in der Ausbildung.

Ein aktueller Vergleich des gewerkschaftsnahen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) zeigt nicht nur, dass Ausbildungsvergütungen je nach Region variieren. Es wird deutlich, „dass die Ausbildungsvergütungen im Bereich der Caritas auf einem vergleichsweise hohen Niveau liegen“, heißt es im Bericht.

„Auszubildende in der Pflege bei der Caritas gehören zu den Top-Verdienern“, fasst Hans-Werner Reisdorf vom Vorstand des Caritasverbandes Rhein-Kreis zusammen. Auszubildende in der Pflege verdienen, so zitiert er die Tabellen, im 1. Ausbildungsjahr 1090,69 Euro, bekommen im zweiten Jahr 1152,07 Euro und im letzten Jahr als Azubis 1253,38 Euro. Zum Vergleich die Gehaltsgruppen der St. Augustinus Gruppe, in deren Haus St. Martinus in Wevelinghoven derzeit acht Azubis ihre Ausbildung zum Altenpfleger absolvieren. Ebenso wie bei den drei Neuen, die im Oktober noch dazu kommen, erfolgt ihre Ausbildungsvergütung nach AVR, beträgt also im ersten Jahr 1041 Euro, im zweiten Jahr 1102 Euro, im dritten Jahr 1203 Euro – plus Zuschläge. Auch im Seniorenhaus Lindenhof wird nach Tarif , also 1040 Euro im ersten Jahr, gezahlt, wie es auf Nachfrage heißt. Die Details der Ausbildung sind in den verschiedenen Häusern unterschiedlich. Im Lindenhof gibt es beispielsweise die Kooperation Bildungsinstitut für Gesundheitsberufe im Rhein-Kreis Neuss unter anderem mit der Klinik St. Elisabeth sowie dem Lukaskrankenhaus, Neuss. Zum Praxisteil der Altenpflege-Ausbildung in St. Martinus gehört auch ein Einsatz in der Gerontopsychiatrie und der Geriatrie. Hier besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Johanna Etienne Krankenhaus und der Klinik Königshof in Krefeld. Zum Unternehmen gehören auch zwei Ausbildungsakademien. In denen neuerdings neben Gesundheits- und Krankenpfleger jetzt auch Altenpfleger ausgebildet werden. Übrigens nicht nur ein Beruf mit Perspektive für junge Leute, Auch Carsten Körner vom Alloheim Grevenbroich beklagt den fehlenden Nachwuchs im Pflegesektor. Deswegen berät er inzwischen Externe über Aufstiegsmöglichkeiten in Pflegeberufen. „Es ist der schönste Beruf der Welt“, schwärmt Anke Kuthe, Einrichtungsleiterin im Caritashaus St. Barbara. „Gut ausgerüstet mit Hilfsmitteln“ seien die Einrichtungen, sodass der Beruf nicht mehr körperlich anstrengend sei. Der Kontakt mit Menschen, die Gespräche und Begegnungen seien „immer wieder verblüffend und berührend“, sagt sie. Natürlich sei deshalb eine Voraussetzung, kontaktfreudig zu sein, eine positive Grundeinstellung zu anderen und zum Leben zu haben. Dank verschiedener Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen gibt es zudem „gute Karrierechancen“.