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Varius-Werkstätten Grevenbroich: Erste Impfung für 640 Beschäftigte

Werkstätten in Grevenbroich : 640 Varius-Beschäftigte an fünf Standorten erhalten erste Impfung

An allen fünf Betriebsstätten der Varius-Werkstätten haben sich Beschäftigte mit dem Impfstoff von Moderna gegen Covid-19 impfen lassen. Bald soll der zweite Durchlauf folgen.

Stolz zeigt das Team der Hauswirtschaft des Varius-Haupthauses die Pflaster auf seinen Armen. Kurz zuvor haben die Mitarbeiter ihre Ärmel hochgekrempelt und die erste der zwei nötigen Impfungen hinter sich gebracht. Rund 640 Menschen haben sich in den vergangenen Tagen in den Varius-Werkstätten gegen Covid-19 impfen lassen. Impfteams des Kreises waren an drei Tagen in allen fünf Betriebsstätten vor Ort.

„Ich bin sehr froh, dass wir diese Möglichkeit erhalten haben, und begeistert, wie reibungslos und professionell alles verlaufen ist“, sagt Geschäftsführer Wilfried Moll. Die Möglichkeit für eine Impfaktion vor Ort wurde Anfang März konkreter, als auf Landesebene beschlossen wurde, dass Menschen mit Behinderung, die in der Eingliederungshilfe betreut werden, in der Impfpriorität vorgezogen werden. „Dann ging alles sehr schnell, wir hatten einige Gespräche mit dem Impfzentrum in Neuss und dem leitenden Impfarzt“, erzählt Birgit Zander, die mit Kollegen aus dem sozialen Dienst die Organisation übernommen hat.

Die Impfungen vor Ort sind mit strengen Auflagen verbunden, es müssen beispielsweise genügend Räumlichkeiten vorhanden sein und Einbahnwegesysteme geschaffen werden. Zum Impfen brauchten die Organisatoren nicht nur das Einverständnis der Impflinge selbst, sondern zum Teil auch das ihrer gesetzlichen Vertreter. Normalerweise ist die Sportlehrerin für die arbeitsbegleitenden Maßnahmen wie Schwimmen oder weitere Sportangebote zuständig, die müssen derzeit jedoch entfallen.

Um möglichst viele Beschäftigte für die Impfung zu motivieren, wurde auch zu kreativen Mitteln gegriffen. So ist zum Beispiel ein Film entstanden, in dem Mitglieder des Werkstattrats sowie die Geschäftsführer darum bitten, bei der Impfung mitzumachen. Dadurch habe sich früh eine hohe Impfbereitschaft sowohl unter den Mitarbeitern als auch unter den Angestellten abgezeichnet, sagt Wilfried Moll.

Einen Zittermoment gab es allerdings. „Eigentlich sollten wir den Impfstoff von Astrazeneca bekommen, aber zwei Tage vor dem ersten Impftermin wurde der bundesweite Impfstopp für dieses Mittel angeordnet. Da hieß es dann: Nerven behalten. Alles war ja schon vorbereitet“, erzählt Birgit Zander: „Glücklicherweise hat der Rhein-Kreis sich sehr für uns eingesetzt. Wir haben kurze Zeit später die Nachricht erhalten, dass wir den Impfstoff von Moderna erhalten. So mussten wir zwar schnell neue Einverständniserklärungen einholen, weil es sich um einen Impfstoff mit anderer Wirkweise handelt, aber es hat alles rechtzeitig geklappt.“Anfang Mai stehen die Zweitimpfungen an.

(NGZ)