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Grevenbroich: Varieté mit gelungener Premiere

Grevenbroich : Varieté mit gelungener Premiere

Nach erheblichen Startschwierigkeiten öffnete das Winter-Varieté erstmals am Samstagabend in Grevenbroich seine Pforten: Die Artisten begeisterten die kleine Fan-Gemeinde, 50 Besucher erlebten die gelungene Premiere.

"Akrobatik, Spaß und Besinnliches" verspricht der Grevenbroicher Weihnachtszirkus dem Publikum mit seinem Varieté-Programm. Am Samstag ging die Premiere im großen Zirkuszelt an der Lindenstraße über die Bühne — und zeigte: Es wurde trotz aller Wirrungen im Vorfeld nicht zu viel versprochen. Neben internationalen Künstlern aus Zirkus und Varieté sowie jungen Absolventen der großen europäischen Artistenschulen präsentierten sich auch zwei Teilnehmer aus der aktuellen RTL-Staffel "Supertalent". Als Eisbrecher für das doch skeptische Publikum, "das nicht so zahlreich erschienen war" wie es sich Toni Helmus (Verstalter-Firma ATP) erhofft hatte, stieg Evgeniy Kolomiets in die Manege. Er verblüffte nicht nur das junge Publikum mit den "tanzenden Lichtern".

"Wir bieten hier eine Show mit den besten Artisten aus der ganzen Welt", begrüßte Marijke Amado (56), die extra aus Holland angereist war, die Zuschauer. "Doch wie ich sehe, ist das bei den Leuten noch nicht angekommen", fügte sie mit Blick auf die fast leeren Zuschauerränge hinzu. Nur 50 Gäste hatten den Weg ins Zelt gefunden. Das hinderte Daniele Domizio (8), bekannt als Michael-Jackson-Imitator vom RTL-"Supertalent", nicht daran, zu Hits seines Idols zu tanzen. "Du hättest es damals auch in die Mini-Playback-Show geschafft", zeigte sich auch Amado beeindruckt vom Auftritt des Jungen.

Nachdem die Moderatorin die Heimreise angetreten hatte, ging's Schlag auf Schlaf — 110 Minuten Highlights: Die jungen Frauen des Balletts aus dem russischen Jaroslavl sorgten für Schwung und Geschwindigkeit in der Manege. Loredana bezauberte mit ihrer Tuchseil-Akrobatik, während sich Oktay Novruzov souverän auf dem Schlappseil präsentierte. Die Lacher auf ihrer Seite hatte Clownfrau Antoschka. Jahrelang war sie Starclown im Moskauer Staatszirkus, heute lebt sie mit ihrem Mann in Glehn. "Meine Frau wollte es sich nicht nehmen lassen, hier in der Region aufzutreten. Dafür hat sie ein Engagement in Frankreich abgesagt", erkläre Wolfgang Riehn.

Er war es auch, der dem Veranstalterteam Schützenhilfe gab und für eine erfolgreiche Premiere gearbeitet hatte. Der aus der Ukraine stammende Handstand-Akrobat Andrey Kolotenko bot einen Solo-Act, bei dem das Publikum sprachlos und andächtig jede Zehntelsekunde seiner Hochleistungsartistik verfolgte. Er war es auch, der der TV-bekannten Emilia Arata in ihre Luftkugel half. Anmutig und lasziv bewegte sie sich mit schlafwandlerischer Sicherheit in dem mehrere Meter über dem Manegenboden schwebenden Rund.

(NGZ)