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Grevenbroich: Vandalen entleeren Hunde-Boxen

Grevenbroich : Vandalen entleeren Hunde-Boxen

Kapellen Den "Kapellener Jonge" stinkt's - und zwar immer noch. Zahlreiche Hundehaufen auf den Wiesen rund um den Friedhof, vor dem ehemaligen Rathaus und an der Neißestraße sind der Grund. Der Auslöser für das jüngste Ärgernis sind diesmal Vandalen, denn "überall liegen die Plastiktüten aus den Hundeboxen herum. Sie werden mutwillig herausgerissen und einfach ins Grün geschmissen - mit und ohne Hundekot gefüllt", sagt Georg Plöger vom Heimatverein. Der Kapellener und sein Mitstreiter Peter Pfeiffer sind verärgert.

Vor vor rund zwei Monaten montierten die Vorstandsmitglieder des Heimatvereines sechs Hygieneboxen rund um die öffentlichen Rasenflächen, die regelmäßig als Hundeklo von Vierbeinern und dessen Besitzern genutzt werden. In den Behältern befinden sich Kunststoffbeutel, mit denen die Hundehalter mit einem Griff die Exkremente von Wuffi und Co. aufnehmen können. Jede Box kostete die "Jonge" rund fünfzig Euro. Die Stadt steuerte Mülleimer aus Holz bei.

"Bis heute sind bereits 9000 Tüten verbraucht, das entspricht einer Summe von 126 Euro und einem Bedarf von 100 Tüten pro Tag - das ist unmöglich, so viele Hunde gibt es hier nicht", sagt Georg Plöger. Der zweite Vorsitzende vermutet, dass sich Vandalen an den Boxen zu schaffen machen. Ein Behälter wurde bereits an der Vorderseite aufgebrochen.

"Wir sind so euphorisch an die Sache herangegangen und nun haben wir schon überlegt, die Aktion komplett abzubrechen", erzählt Plöger enttäuscht. Dabei startete alles vielversprechend. "Die Reaktionen der Hundebesitzer rund um das Friedhofsgelände sind positiv. Aber wenn sie keine Tüten mehr vorfinden, ist ihr Engagement umsonst", sagt Peter Pfeiffer. "Wir appellieren nun an die Vernunft der Leute, dass die Boxen notwendig sind, um die Flächen für spielende Kinder sauber zu halten." Wenn nötig, wollen die "Jonge" nun bei der Polizei eine Anzeige gegen Unbekannt erstatten.

Ein anderes Problem gibt es an der Neißestraße. Dort wird die Hygienebox von den Hundebesitzern ignoriert. "Alle Halter, die wir deswegen ansprechen verweisen auf die Hundesteuer, die sie zahlen. Wir haben aber auch gesehen, dass es anders gehen kann", sagt Georg Plöger. Der Verein hofft nun auf die Hilfe des städtischen Ordnungsamtes, denn "wenn sie mehrmals im Monat dort kontrollieren würden, werden sich die Hundebesitzer vielleicht noch umstimmen lassen."

Unterstützung gibt es bereits von den Wirtschaftsbetrieben Grevenbroich (WGV), die die Abfallbehälter leeren und von Stadtförster Frank Wadenpohl, der die "Waldabfalleimer" aus Holz zur Verfügung stellte. Ebenfalls ein Dorn im Auge sind den "Kapellener Jonge" die Grünanlagen rund um den Bahnhof an der Josef-Thienen-Straße. Seit der Vereinsgründung haben sie dort mehrere Aktionstage organisiert, den Vorplatz von Müll und Unrat befreit sowie mit Anwohnern gemeinsam die Beete bepflanzt.

"Die Anlieger und die Wirtschaftsbetriebe lassen uns nun hängen. Wir pflegen die Beete weiterhin, dennoch sind auch andere am Zug. Äste aus den Bäumen müssten herausgeschnitten, der Gully gereinigt und die Parkbuchten vom Gras befreit werden", erklärt Peter Pfeiffer und bezieht sich auf ein Gespräch mit Bürgermeister Axel Prümm. "Darin wurde uns versichert, das die WGV für die Sauberkeit verantwortlich ist, und nichts ist seitdem passiert."

(NGZ)