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Grevenbroich: UWG plädiert für Urnenwände auf Friedhöfen

Grevenbroich : UWG plädiert für Urnenwände auf Friedhöfen

Auf drei Friedhöfen in Jüchen und in anderen Kommunen stehen sie bereits – nun sollen in Grevenbroich Urnenwände oder -stelen errichtet werden. Das beantragt die UWG-Fraktion. "Für diese Bestattungsmöglichkeit besteht Bedarf. Viele Menschen müssen etwa aus beruflichen Gründen umziehen und wünschen deshalb eine Grabform, die nicht intensiv gepflegt werden muss", begründet Fraktionsvorsitzende Martina Flick.

Anonyme Urnengräber würden dies zwar auch erfüllen, "viele Angehörige haben aber den Wunsch, einen konkreten Ort zu haben, an dem sie des Verstorbenen gedenken können", so Flick. "Wir sollten dem Bedarf entsprechen – auch angesichts von Urnenwänden in anderen Kommunen. Ein Bestattungstourismus kann nicht im Sinne der Bürger sein."

Jüchen: Der Bedarf ist groß

"Der Bedarf ist groß", so Norbert Wolf, Rathaus-Sprecher aus Jüchen. In Garzweiler gibt es bereits drei Stelen, ebenso in Jüchen und Hochneukirch. Auch auf den Friedhöfen in Bedburdyck und Gierath sollen diese in wenigen Wochen angelegt werden. "Es liegen schon jetzt für alle neuen Stelen Anfragen vor", sagt Norbert Wolf.

Insgesamt gewinnt die Feuerbestattung immer mehr an Bedeutung. Wurde 1994 auf Grevenbroicher Friedhöfen noch nicht einmal jeder zehnte Verstorbene in einer Urne beigesetzt, sind heute mehr als die Hälfte der Beisetzungen – 325 von 631 – Urnenbestattungen.

Stadtsprecher Andreas Sterken weist darauf hin, dass die Aufstellung von Urnenwänden bereits diskutiert wurde. Die Politik habe diese Lösung aber mehrheitlich abgelehnt, weil sie nicht der hiesigen Begräbniskultur entsprechen würden. Zudem erinnert Sterken daran, "dass wir mit anonymen Gräbern und dem Rasenfeld auf dem Elsener Friedhof bereits mehrere pflegearme Grabmöglichkeiten bieten". Auf dem Rasenfeld erinnert nur eine Grabplatte an den Toten, die Stadt mäht den Rasen.

(NGZ)