Grevenbroich: Unbekannter schießt in Neuenhausen auf Vögel

Grevenbroich : Unbekannter schießt in Neuenhausen auf Vögel

Der Ärger ist Norbert Wolf deutlich anzuhören: Zweimal musste der Chef der Umweltstation Schneckenhaus in den vergangenen Tagen nach Neuenhausen ausrücken, weil Unbekannte dort auf Vögel geschossen und zwei Tiere schwer verletzt hatten.

"Das Verhalten des Täters ist unverantwortlich", betont Wolf. Erstes Opfer des unbekannten Schützen war eine Ringeltaube. In diesem Fall liegt eine Strafanzeige bei der Polizei vor. Das bestätigt Polizeisprecher Hans-Willi Arnold. "Bei der Tatwaffe könnte es sich um ein Luftgewehr handeln", sagt er.

Norbert Wolf kündigt an, in den kommenden Tagen auch den zweiten Fall bei den Beamten zur Anzeige zu bringen. Dabei wurde ein Graureiher angeschossen. Gestern wurde der auch landläufig als Fischreiher bezeichnete Vogel in einer Tierklinik in Düsseldorf operiert. "Das Projektil könnte Aufschluss über die Schusswaffe und den Täter geben", hofft Wolf. Dann könnte sich auch feststellen lassen, ob dieselbe Waffe verwendet worden sei. Der Schneckenhaus-Chef steht in Kontakt zur Tierklinik.

Norbert Wolf hofft, dass nicht noch weitere Tiere ins Visier des Schützen geraten. Wird der Täter gefunden, drohe mit Blick auf das Tierschutzgesetz eine empfindliche Geldstrafe, möglicherweise sogar eine Haftstrafe. "Beim Graureiher handelt es sich um eine besonders geschützte Art nach dem Bundesnaturschutzgesetz", sagt Wolf. Über die Motive des schusswütigen Vogeljägers rätselt er. "Möglicherweise ist es ein Hausbesitzer, der sich über ein verkotetes Dach ärgert. Oder aber der Graureiher hat sich im Gartenteich bedient", meint Wolf.

Der Graureiher trägt nicht umsonst den umgangssprachlichen Namen Fischreiher. Da er sich hauptsächlich von Fisch ernährt, sind Gartenteiche für ihn wie ein bequemes Fastfood-Restaurant. Für die Jagd sucht sich der Fischreiher gerne seichte Gewässer, in denen er gut stehen kann. Dort lauert er Fischen auf. Gartenteiche haben ob ihrer meist geringen Größe den Vorteil, dass den Fischen kaum Möglichkeiten zur Flucht bleiben. "Wer einen Gartenteich hat, muss mit Nahrungsgästen wie dem Graureiher rechnen", sagt Wolf.

(NGZ/rl)
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