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Umzug nach Grevenbroich: Die Rendantur West startet am Mittwoch.

Umzug nach Grevenbroich : Wo wichtige Informationen des Erzbistums zusammenlaufen

Auf drei Etagen des Sparkassenturms in Grevenbroich laufen künftig wichtige Informationen des Erzbistums Köln zusammen. 75 Spezialisten haben in dieser Woche ihre neuen Büros bezogen.

Geschafft. Silvia Dawid dirigiert die letzten Kistenträger. Die Männer der Umzugsfirma sind damit beschäftigt, leere Kartons über den Lastenaufzug außen an der Fassade des Sparkassenturms herunterzulassen – zur Karl-Oberbach-Straße. Binnen fünf Tagen hat das Erzbistum Köln den Standort seiner neuen Regionalrendantur West in Grevenbroich mit allem gefüllt, was eine Verwaltung ausmacht: Schreibtische, Stühle, Computer, Aktenschränke. Noch steht alles ein wenig durcheinander; in einer Ecke arbeiten die Computertechniker am Netzwerk. Silvia Dawid, eine von zwei Umzugsorganisatorinnen, sagt: „Das wird schon.“

Aus Neuss, Bergheim und Leverkusen haben insgesamt 75 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz in die gedachte Mitte ihres enormen Zuständigkeitsgebiets verlegt. Das reicht immerhin von Wesseling im Süden bis Kaarst/Büttgen und Meerbusch/Büderich. In Grevenbroich laufen ab Mittwoch, 15. Juli, viele Verwaltungsstränge des Erzbistums Köln zusammen. Die neue Regionalrendantur West betreut nach Auskunft ihres Leiters Gerd Klasen 26 Kirchengemeindeverbände und 140 Kirchengemeinden. Klasen nennt sie „Mandanten“. Die Rendantur erledigt für sie das gesamte Finanz- und Rechnungswesen, die Personal- und allgemeine Verwaltung.

Wo immer ein Kirchturm steht, gibt es Menschen, die auf ihn samt Gotteshaus und Gemeinde aufpassen. In katholischen Kitas werden aus kleinen große Menschen. Die Rendantur führt die Unterlagen der kirchlichen Angestellten – zum Beispiel allein 3500 Personalakten von Kita-Erzieherinnen, Küstern, Organisten, Hausmeistern. Sie sorgt dafür, dass Handwerker und Architekten bezahlt werden, sobald ein Gotteshaus renoviert werden muss. Manche Mandanten haben der Rendantur West auch die Verwaltung ihrer kirchlichen Liegenschaften übertragen. Die Abgrenzung ist dabei klar: „Wir erledigen keine technischen Aufgaben, sondern kümmern uns um die Finanzen“, sagt Klasen.

Simon Mathei (r.) und Nuno Lopes halfen mit vielen Kollegen beim Umzug der Rendantur. Foto: Dirk Neubauer

Er hat in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten stets Rendanturen geleitet und miterlebt, wie sich die Struktur von vielen kleinen Verwaltungsstellen auf wenige große Einheiten zusammenzog. Die Zusammenlegung begann 2015 im Rahmen des Projekts „Neue Wege in Pastoral und Verwaltung“. Schrittweise sank die Anzahl der Rendanturen im Erzbistum Köln von 13 auf jetzt vier.

Das Erzbistum Köln nennt drei Gründe für die Veränderung in der Struktur der Rendanturen: Die Gemeinden würden verstärkt nach Fach-Unterstützung nachfragen, zum Beispiel in Kita-Fragen. Zudem gebe es mittlerweile Verwaltungsleitungen in den Gemeinden; dadurch müssten die Rendanturen nicht mehr vor Ort sein. Und schließlich erfordere eine sinkende Zahl von Gläubigen neue Strukturen.

Im Rahmen der Suche nach einem Standort für den Rendantur West erfüllte Grevenbroich die Punkte aus dem Anforderungskatalog des Erzbistums besonders gut. „Wir liegen hier gewissermaßen in der Mitte der ehemaligen Dienststellen und sind gut zu erreichen“, sagt Gerd Klasen. Parkplätze, Einkaufsmöglichkeiten – die Infrastruktur passt. Zudem hat die Sparkasse die drei Etagen ihres Turmes aus dem Jahr 1972 von Grund auf renoviert, bevor die neuen Mieter einziehen konnten.

„Wir sparen nirgends Personal ein, sondern ziehen eins-zu-eins mit den Mitarbeitern nach Grevenbroich“, sagt Klasen. In Corona-Zeiten wurde die Zusammenarbeit aus dem Homeoffice heraus eingeübt – es muss nicht mehr jeder jeden Tag ins Büro kommen. Am Dienstag aber werden die 75 neu in Grevenbroich arbeitenden alle vor Ort sein. Kreisdechant Monsignore Guido Assmann bittet zum Gottesdienst in St. Peter und Paul. Im Anschluss wird er die Büroräume segnen.

Fünf Fakten zu den Aufgaben einer Rendantur gibt es hier.