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Umweltzentrum in Grevenbroich: So wird das Schneckenhaus winterfest

Umweltzentrum in Grevenbroich : So kommen Pflanzen und Tiere am Schneckenhaus durch den Winter

Plötzlich war Herbst. Im Grevenbroicher Umweltzentrum werden Pflanzen und Tiere jetzt auf den Winter vorbereitet. Manchmal hilft dabei ein starker Einschnitt in die Natur.

Kampf auf Leben und Tod: Eine Wespe hat sich in den Bienenstock-Schaukasten eingeschlichen. Noch bevor sie Honig oder Wachs klauen kann, stellen sich ihr einige Arbeitsbienen in den Weg und verteidigen die Waben. Für dieses Duell hatten Ralf Dietrich und Patrick Rohde am Dienstag nur ein paar Sekunden lang Zeit. Sie bereiten den Umzug des gesamten Bienenvolkes in einen normalen Bienenstock vor. Der schmale Schaukasten wäre im frostigen Winter kein idealer Schutz. Das Schneckenhaus macht sich derzeit winterfest.

Seit der Landesgartenschau 1995 ist das Umweltzentrum im Bend ein echter Sympathieträger. Bevor der Winter kommt, müssen die Anlagen jedoch gepflegt werden. „Seit dem ersten Oktober schneiden wir die Pflanzen, Büsche und Bäume zurück“, berichtet der Verantwortliche für das Schneckenhaus, Ralf Dietrich. Beete können wieder freigelegt, Vegetation in Form gebracht werden. Bei manchen Pflanzenarten, Hortensien beispielsweise, sprechen die Gärtner von einem „Verjüngungsschnitt“: Einmal radikal gekürzt, blühen sie im Folgejahr schöner denn je.

„Zudem setzen wir derzeit alle Zwiebelpflanzen“, sagt Dietrich. Tulpen, Narzissen, Krokusse. Auf dem weitläufigen Gelände werden Farben und Arten so in die Erde gebracht, dass sich im Folgejahr ein tolles Bild ergibt. Manchmal ist es für Dietrich und seine Mitarbeiter selbst überraschend, was im Frühjahr alles erblüht.

Die Tierwelt am Schneckenhaus braucht laut Dietrich wenig Vorbereitung auf den Winter. Da in den Aquarien überwiegend heimische Fischarbeiten leben, würden Karpfen, Hecht und Co. bei zunehmender Kälte ihre Aktivitäten selber herunterfahren. „Hechte zum Beispiel bevorzugen im Winter größere Beutetiere, weil sie dann nur einmal jagen müssen“, hat Dietrich beobachtet. Im Frühjahr und Sommer sind kleinere Snacks angesagt. Die Bienenstöcke am Schneckenhaus werden auf Wintertauglichkeit kontrolliert. Und dann sei man auch schon in der kalten Jahreszeit abgekommen. „Die verbringen wir mit Ausbesserungsarbeiten. Und wir bereiten die Schulungen des kommenden Jahres vor“, sagt Dietrich. Wenn drei Klassen kommen, um Vogelhäuschen zu bauen, müsse genug Material bereitliegen. 2021 soll das 25-jährige Jubiläum der Landesgartenschau nachgeholt werden. Und vielleicht sind Pflanzenbörse und Sommerfest wieder erlaubt.