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Umweltschutz in Grevenbroich: Fridays for Future gegen übermäßigen Konsum

Fridays For Future : Umweltschützer starten Aktion gegen übermäßigen Konsum

Bei einem Kleidertausch machte die Ortsgruppe der sozialen Bewegung auf Misstände in der Bekleidungsindustrie aufmerksam.

Überdenkt euren Konsum! Diese Botschaft verbreitete die Ortsgruppe von Fridays for Future am Markt in der Innenstadt. Sie sollte all diejenigen erreichen, deren Kleiderschrank voll ist und trotzdem weiter Bekleidung kaufen. Dazu lud die Ortsgruppe zu einem Kleidertausch ein. Privatleute und Mitglieder der Bewegung legten Hosen, Pullis und -Shirts aus.

Der Grundgedanke: Passanten konnten die Kleidungsstücke mitnehmen. So soll nicht nur verhindert werden, dass alte Kleidung in den Müll wandert, sondern auch dass die Menschen nichts neues kaufen. „Jeder hat zuhause einen großen Kleiderschrank und Sachen, die er nicht mehr braucht“, sagte Kai. Der 16-Jährige ist aktives Mitgleid bei Fridays for Future. „Was wir nicht mehr brauchen soll nicht in die Mülltonne, sondern weitergegeben werden.“

Der übermäßige Konsum von Kleidern habe zudem negative Auswirkungen auf Natur und Umwelt, sagt Kai. Die massenhafte Produktion, die vor allem in Asien ablaufe, sei ein großes Problem. „Farbstoffe werden illegal in Seen und Flüsse abgeleitet“, sagte der junge Umweltschützer. „So werden sie verschmutzt und vergiftet.“ Über die Aufnahme von Essen und Trinken gelangten die Schadstoffe dann wieder zurück zum Menschen. Ein weitere großes Problem sei, dass die Umwelt durch die enorme Produktion von Bekleidung stark mit Kohlenstoffdioxid belastet wird. „Pro T-Shirt fallen circa 21 Kilogramm CO2 an“, sagte Kai. „Bei der Produktion, beim Transport und beim Waschen.“

Ein Dorn im Auge des 16-Jährigen sind auch die Winterschlussverkäufe im Einzelhandel. Der Kleidertausch stand deshalb unter dem Motto „Stoppt den Konsum zum Wintersale!“. „Die Sachen werden nur so raus geworfen“, kritisiert er. „Da fehlt es an Wertschätzung für das Produkt.“ Hinzu kommt: Für den Preis, zu dem die Bekleidung angeboten werde, könne es fast nicht produziert werden. Koste ein T-Shirt nur wenige Euro, könne zum Beispiel die Näherin nicht viel verdienen.

(jlu)