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Grevenbroich: Umweltminister besucht Windtestfeld

Grevenbroich : Umweltminister besucht Windtestfeld

Johannes Remmel kritisiert heftig Pläne des Bundes zur "Strompreisbremse".

Minister-Besuch aus Düsseldorf erhielt gestern die Windtest Grevenbroich GmbH, das Unternehmen betreibt auf der Frimmersdorfer Höhe eines der weltweit größten Testfelder für Binnenland-Windkraftanlagen. Als ein Aushängeschild für die Windkraft-Branche in NRW bezeichnete Landes-Umweltminister Johannes Remel (Grüne) das Unternehmen, das in ganz Europa, China, Indien und den USA aktiv ist.

Beim Besuch im Rahmen seiner Zukunftsenergien-Tour beschränkte sich Remmel aber auf die Landes- und Bundes-Energiepolitik. Mit deutlichen Worten kritisierte er bei einer Konferenz im Golf-Club Erft-aue die von den Bundesministern Peter Altmeier und Philipp Rösler vorgelegten Vorschläge zur "Strompreisbremse". Die geplante Senkung der Vergütung der Windenergie an Land auf acht Cent je Kilowattstunde sorge mit dafür, dass "der Windenergieausbau in NRW nahezu zusammenbrechen wird", so der Minister."

Anderthalb Jahre lang habe die Bundesregierung "nicht die Rahmenbedingungen für den Ausbau der erneuerbaren Energien geschaffen, jetzt vor der Bundestagswahl wird Aktion gezeigt". Von "verheerenden Auswirkungen" sprach Jan Dobertin, Geschäftsführer des Landesverbands erneuerbare Energien NRW, ein Zusammenschluss von Firmen und Verbänden. "Milliardenschwere Zukunftsinvestitionen werden verhindert und ein Großteil der 10 000 Arbeitsplätze in der Windbranche in NRW gefährdet." Laut Michael Liesner vom Hersteller Enercon sind rund 70 Prozent von 200 geplanten Projekten in Gefahr. "Schon jetzt werden Pläne auf Eis gelegt, Vertragsunterschriften hinausgezögert." Die Firmen hätten mit den bisherigen Bedingungen kalkuliert.

Auch Windtest-Geschäftsführerin Monika Krämer erklärte zur Zukunft des Erneuerbaren Energien-Gesetzes: "Die gesetzliche Stabilität muss erhalten bleiben." Das Unternehmen mit Sitz in Neurath ist mit dem Ausbau der Winkraft gewachsen, expandiert weltweit. "Unser Testfeld auf der Frimmersdorfer Höhe ist an der Kapazitätsgrenze angelangt. Die heutigen Anlagen mit mehr als zwei Megawatt Leistung erfordern größere Mindestabstände." Fünf "Windmühlen" werden zurzeit getestet, zwei sind geplant. "Wir suchen jetzt in NRW einen Standort für ein weiteres Feld — möglichst nahe am Firmensitz." Seinen Betrieb aufgenommen hat ein Testfeld im niederländischen Lelystad, Windtest ist daran beteiligt. Im Herbst eröffnet die Gesellschaft eine Niederlassung in Iowa. Zunächst zwei oder drei Mitarbeiter sollen Windkraftanlagen in Nordamerika vermessen.

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(NGZ/rl)