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Grevenbroich: Umwelt-Skandal: Straßen werden ab Herbst saniert

Grevenbroich : Umwelt-Skandal: Straßen werden ab Herbst saniert

Kreisumweltdezernent Karsten Mankowsky hat es klar formuliert: "Das Zeug muss raus." Auch Stadt und Projektentwickler DSK (Deutsche Stadt- und Entwicklungsgesellschaft) machen ihren Unmut über das für den Straßenbau im Neubaugebiet Kapellen verantwortliche Unternehmen deutlich.

Bei der Baumaßnahme waren statt des vereinbarten Natursand-Basaltgemisches schwermetallhaltige Schlacke verbaut worden. Das geht aus Bodenproben hervor. "Die DSK fordert das Unternehmen seit November kategorisch auf, das Material unverzüglich zu entfernen und durch Natursteinmaterial zu ersetzen", teilt Stadtsprecher Andreas Sterken mit. "Trotz vertrags- und rechtswidrigen Verhaltens lehnt das Unternehmen dies bis heute ab."

Auf Einsicht soll nun nicht weiter gewartet werden. Die Sanierung der Straßenzüge soll im Oktober beginnen. Zudem werden zwei Grundwassermessstellen errichtet, um mögliche Gefährdungen zu ermitteln. Viele Kapellener sorgen sich weiterhin, ob der Umwelt-Skandal zu gesundheitlichen Spätfolgen führen könne. Ratsuchende Bürger können sich mit ihren Fragen unter % 02181 6015300 an das Gesundheitsamt wenden. Von einer Schwermetallbelastung der Kinder, die mit dem Sand gespielt haben, sei aber nicht auszugehen.

Für das Neubaugebiet hatte die DSK im Auftrag der Stadtverwaltung Pflasterbettungsmaterial aus Natursand und Naturbasalt bestellt. Auftragnehmer für den Straßenbau war eine Firma, die in den vergangenen Jahren ähnliche Straßenbauprojekte im Auftrag von Städten und Kreisen durchführte. Michael Stief von der DSK betont auch: "Das Unternehmen galt als seriös." Nach den Vorkommnissen in Kapellen kommt er zu einer anderen Bewertung. Bürgermeisterin Ursula Kwasny, Michael Stief sowie Vertreter des Kreises machten daher jetzt bei der Bürgerversammlung im Saal Glasmacher-Poschen unisono deutlich: "Wir sind schlimm getäuscht worden."

(NGZ/rl)