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Grevenbroich: Überfall: Kassiererin der Tankstelle sagt aus

Grevenbroich : Überfall: Kassiererin der Tankstelle sagt aus

Sieben Monate nach dem Überfall auf die Tankstelle am Real-Supermarkt in Noithausen hat jetzt die Kassiererin im Prozess am Landgericht Mönchengladbach als Zeugin ausgesagt. Die 51-Jährige schilderte den Überfall und die Wochen nach der Tat.

Noch heute leidet die Jüchenerin unter Angstzuständen. "Ich arbeite seit zehn Jahren in der Tankstelle am Real", sagte die Frau, "einen Überfall hatte es dort bislang noch nicht gegeben." Bis zum 14. Januar — an diesem Tag seien plötzlich zwei Männer mit Motorradhelmen auf dem Kopf aus der Dunkelheit gekommen.

"Es war 18.53 Uhr, diese Uhrzeit habe ich nicht vergessen", so die 51-Jährige. Die Täter seien wohl über die Böschung gekommen und hätten unmittelbar vor dem Kassenfenster gestanden. Einer der beiden habe gerufen "Geld raus!". Anschließend habe er ihr einen schwarzen Rucksack gegeben.

"Ich sollte das Geld dort hinein packen. Dann fiel plötzlich ein Schuss. Ich hatte solche Angst." Bis heute weiß die Frau nicht, ob die Männer sie möglicherweise erschießen wollten. "Ich hatte schon den Eindruck, dass sie auf mich schießen." Sie sei allerdings nicht getroffen worden.

Nach rund 30 Sekunden war alles vorbei — die Täter verschwanden in Richtung Landstraße wieder in der Dunkelheit. Offenbar hatten sie es billigend in Kauf genommen, dass an der Tankstelle noch Kundenverkehr herrschte. Ein Autofahrer nämlich wollte gerade tanken, als er Zeuge wurde. Er rief die Polizei — die kam aber zu spät. Zum Aussehen der Männer konnte die Kassiererin nur wenig sagen. Einer der beiden sei ein südländischer Typ gewesen, mit dunklerer Haut und stoppeligem Bart.

Ob es sich dabei um den Angeklagten handelte, konnte die Zeugin nicht erkennen. Bis heute leidet sie unter den Folgen. "Ich bekomme Herzrasen, wenn Leute plötzlich schnell von der Seite kommen, dann bin ich nass geschwitzt." Auch habe sie monatelang keine Spätschicht mehr in der Tankstelle übernehmen können.

Der Prozess wird fortgesetzt, das Urteil soll frühestens am 17. August verkündet werden.

(NGZ/rl)