Grevenbroich: TuS-Heim: Stadt soll Kosten für Sanierung ermitteln

Grevenbroich : TuS-Heim: Stadt soll Kosten für Sanierung ermitteln

Dem TuS Grevenbroich muss geholfen werden, das Vereinsgebäude mit Umkleiden und Duschen am Schlossstadion ist marode. Darin waren sich die Politiker im Sportausschuss einig. Doch über den Weg zur Lösung wurde heftig debattiert.

Auf dem Tisch lag der Vorschlag der Verwaltung, eine Planung für einen Neubau oder die grundlegende Sanierung zu erstellen und Kosten zu ermitteln. "Wir können uns einen Neubau nicht leisten", erklärte Dirk Gawlinski (Grüne), Manfred Hermanns (FDP) sieht Bedarf nur für eine Sanierung — "Wunschträume können wir nicht erfüllen".

Zum Generalangriff auf den Verwaltungsvorschlag blies Rolf Göckmann (Aktive Bürger). Er sprach vom "Anspruchsdenken" der Verantwortlichen des TuS, der eine "Runderneuerung" wolle. "Wir erwarten für 2012 rund 40 Millionen Euro Defizit, da müssen wir auch heiße Eisen wie die Zusammenlegung von Sportstätten oder deren komplette Aufgabe anpacken." Sogar eine Vereins-Fusion des TuS mit dem FC Grevenbroich Süd oder Rot-Weiß-Elfgen hält Göckmann für eine denkbare Alternative.

Damit stand er aber in der Diskussion allein, etliche Politiker etwa von CDU und SPD betonten die Bedeutung und Eigenständigkeit des in der Landesliga spielenden Vereins. "Der TuS leistet wichtige Jugendarbeit. Alles was wir hier investieren, brauchen wir nicht im Sozialbereich auszugeben", erklärte Rosemarie Cremer (SPD). Auch Bürgermeisterin Ursula Kwasny brach für den TuS eine Lanze: "Andere Vereine stehen bei den Gebäuden besser da — wir müssen alle mit gleichem Maß behandeln."

Mit nur zwei Gegenstimmen beauftragte der Ausschuss die Stadt mit der Planung. Nicht durchsetzen konnte sich Hildegard Florack (UWG) mit dem Vorschlag, aus Spargründen die Arbeiten verwaltungsintern zu erledigen. "Wir brauchen etwa statische Angaben, dafür sind wir auf externe Hilfen angewiesen", erklärte Sportdezernent Michael Heesch. Etwa 10 000 Euro soll das Gutachten kosten.

CDU-Fraktionschef Norbert Gand (CDU), früher TuS-Präsident, machte seinem Ärger über den ABG-Vorstoß am Rande der Sitzung Luft: "Die Vorstellung, dass eine Fusion zu Einsparungen führt, ist unsinnig. Zudem würde wertvolle Jugendarbeit wegrationalisiert." Und Gand wies darauf hin, dass Göckmann Vizevorsitzender eines von der ABG genannten denkbaren Fusionspartners ist — des FC Süd.

(NGZ)
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