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Grevenbroich: Turnhalle-Misere: Schulen in Not

Grevenbroich : Turnhalle-Misere: Schulen in Not

Keine Veranstaltungen in Turnhallen: Stadt verspricht Lösung in zwei Wochen.

Eigentlich sollten jetzt an vielen Grundschulen die Entlassfeiern für die Viertklässler geplant werden. Doch in diesem Jahr gibt es Probleme, denn die Stadtverwaltung prüft zurzeit den Brandschutz an 14 Schulturnhallen. Die Konsequenz: Die Sportstätten dürfen seit einigen Wochen nur für Sport genutzt werden — und niemand weiß, wie lange diese Situation noch andauern wird. "Fast alle Grundschulen sind davon betroffen", sagt Erika Voets, die die Grundschulen in Gustorf und Neuenhausen leitet: "Ohne Turnhalle geht es gar nicht."

Die Stadtverwaltung erstellt zurzeit ein Versammlungsstättenkonzept. Dies soll auch die künftigen Nutzungsmöglichkeiten für Schulturnhallen regeln, etwa für Feste, für Präsentationen von Projektwochen oder für vielfach besuchte Feierlichkeiten wie Einschulung oder Entlassung. "Wir arbeiten zurzeit an einer Lösung", erklärt Rathaus-Sprecher Andreas Sterken.

Dass auch in Zukunft noch Veranstaltungen in Turnhallen stattfinden können, darauf hofft Ruth Hennen, Leiterin der Erich-Kästner-Grundschule: "Unser Schulprofil ist musisch geprägt, wir haben eine Theatergruppe, einen Chor, ein Orchester und eine Flötengruppe — klar, dass die Kinder ihr Können auch einmal einem Publikum vorstellen möchten", sagt sie.

Zurzeit bereiten Hennen jedoch die Abschluss- und Einschulungsfeiern arge Kopfschmerzen: "Wir haben keine Ahnung, wo wir diese Veranstaltungen mit mehr als 200 Personen durchführen können." Im Pfarrheim von St. Stephanus Elsen sei das nicht möglich, da das Gebäude nur für 120 Personen zugelassen sei. "Von daher überlegen wir zurzeit in alle Richtungen — entweder veranstalten wir die Feiern bei schönem Wetter auf dem Schulhof oder lassen sie ganz ausfallen."

Ohne Turnhalle würde es auch in Gustorf zu eng: "In unsere Aula dürfen maximal 200 Besucher. Das reicht bei 220 Schülern nicht aus", sagt Erika Voets. Daher sei die Schule darauf angewiesen, die Dreifachhalle am Torfstecher Weg zu nutzen. Für die Einschulung werden nicht nur die 50 i-Dötzchen erwartet, sondern auch deren Eltern und Geschwister. "Das ist ein wichtiger Tag, ein Familienfest. Da kommen gern auch die Omas und Opas mit", sagt Erika Voets. Doch ohne einen passenden Raum müsse die Zahl der Gäste beschränkt werden. Auch in der Neuenhausener Grundschule bleibt als Alternative nur der Pausenhof: "Und das funktioniert nur bei einigermaßen gutem Wetter", sagt die Schulleiterin.

Um die Entlassfeiern nicht zu gefährden, will die Stadtverwaltung in maximal zwei Wochen eine Lösung präsentieren. "Wir wissen, dass die Schulen Planungssicherheit brauchen", so Sterken.

(busch-/wilp)