Grevenbroich: Totschlagsprozess: Nachbarn hörten die Todesschreie

Grevenbroich : Totschlagsprozess: Nachbarn hörten die Todesschreie

Am Landgericht Mönchengladbach ist am Freitag der Prozess um ein tödliches Familiendrama in Grevenbroich fortgesetzt worden. Zahlreiche Nachbarn des Opfers wurden als Zeugen gehört.

Viele von ihnen hatten die Schreie der Frau gehört und die Polizei gerufen. Die 40-Jährige war im November laut Staatsanwaltschaft von ihrem Ex-Mann zunächst niedergestochen und anschließend mit einem Hammer erschlagen worden.

"Ich habe die Schreie aus der Wohnung gehört", berichtete eine Hausfrau (39): "Mein Mann hat anschließend die Polizei gerufen." Eine Nachbarin aus der ersten Etage sei verängstigt die Treppe herunter gekommen. "Sie meinte nur: Da muss was passiert sein." Auch ein 43 Jahre alter Mann hatte die verzweifelten Rufe der Frau gehört: "Erst wussten wir nicht wo die Schreie herkommen, dann aber haben wir den Angeklagten am Fenster gesehen." Er habe dort gestanden und um Hilfe gerufen. "Dann meinte er: Meine Frau ist tot." Eine 23-Jährige habe den Angeklagten als völlig verzweifelt erlebt. "Er hat immer wieder den Kopf vor den Fensterrahmen geschlagen."

Ähnlich hatte es auch eine 37 Jahre alte Frau beobachtet. "Ich habe zu ihm hoch gerufen, ob er Hilfe braucht, darauf hat er zunächst gar nicht reagiert." Ein 48 Jahre alter Arbeitskollege des Angeklagten hatte dagegen nach eigenen Angaben ein ungutes Gefühl. "Ich hatte die Vermutung, dass er wohl wieder seine Frau verprügelt hat", so der Familienvater. Auch in der Firma habe er immer wieder für Ärger gesorgt: "Er hat sich geprügelt und war ein Einzelgänger. Die Kollegen wollten mit ihm nichts zu tun haben."

Nur einer der Nachbarn stellte dem Angeklagten ein gutes Zeugnis aus. "Er war bei seinen Kindern beliebt. Eine der Töchter hat regelrecht von ihm geschwärmt." Über das Opfer konnten die meisten Nachbarn nur Gutes berichten. "Sie war freundlich, eine nette Frau", erklärte eine 39-Jährige. Anders als von ihrem angeklagten Ex-Mann berichtet, soll die 40-Jährige kein Alkoholproblem gehabt haben.

Der Prozess um den tödlichen Angriff soll am kommenden Freitag mit weiteren Zeugenaussagen fortgesetzt werden. Das Landgericht will am 24. Juni sein Urteil verkünden. Dem Angeklagten drohen bis zu 15 Jahre Gefängnis.

(NGZ)