1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Tonies für Kinder: Zwei Grevenbroicher erobern den Hörspiel-Markt

Digitale Box für Kinder : Grevenbroicher erfinden Hörspiel neu

Die Tonies der Firma Boxine sind überall sehr beliebt. Im unternehmen sind gleich sechs Mitarbeiter aus Grevenbroich beschäftigt. Zwei davon gewähren unserer Redaktion einen tiefen Einblick in die Welt des digitalen Hörspiels.

Niklas Lehmann und Janna Dohlen sind bis in die Haarspitzen fasziniert von dem Produkt, für das sie arbeiten. Und zwar jeden Tag aufs Neue. Sie arbeiten in Düsseldorf für die Firma Boxine. Das junge Unternehmen, das im Dezember 2013 gegründet wurde, hat drei Jahre später die deutschlandweit bekannten Tonies auf den Markt gebracht – und damit den Hörspiel-Markt revolutioniert.

Seit Januar 2017 arbeitet Niklas Lehmann (29) bei Boxine, damals noch ein junges Start-Up. „Ich bin durch einen guten Freund auf die Idee gekommen, mich hier zu bewerben“, sagt er. „Der kommt auch aus Grevenbroich und war von Anfang an dabei.“ Auch Janna Dohlen kommt aus der Schlossstadt. Sie kannte Lehmann bereits vorher, bei den beiden überschneidet sich der Freundeskreis.  Als die 27-Jährige gesehen hat, dass ihr Bekannter dabei hilft, die Tonies bekannt zu machen, hat sie sich selbst beworben und den Job bekommen. Nebenbei studiert sie nun noch berufsbegleitend Medien- und Kommunikationsmanagement.

Die beiden Grevenbroicher sind nicht die einzigen Mitarbeiter bei den Tonies, die die selbe Herkunft haben. Insgesamt stammen sechs Mitarbeiter aus der Schlossstadt. „Zwei gute Freunde von mir sind hier ebenfalls angestellt“, sagt Lehmann. „Und neulich hat noch ein ehemaliger Nachbar von mir hier angefangen, mit dem ich groß geworden bin.“ Das sei aber reiner Zufall gewesen. Im Büro seien sogar bereits Witze gemacht worden, weil so viele Mitarbeiter aus der gleichen Stadt stammen. „Wir sind hier die Grevenbroich-Community“, sagt Dohlen, die seit rund einem Jahr dabei ist.

Lehmann und Dohlen gefällt der Job gut. „Die Leute im Team sind super, davon lebt die Firma, der Spirit ist gut“, sagt der 29-Jährige, der im Produktmanagement tätig ist. Von einer sehr guten Arbeitsatmosphäre spricht auch Dohlen, die zum Kommunikationsteam gehört und vor allem mit Händlern wie Buchhändlern, Elektronikläden oder kleinen Fachhändlern in Kontakt ist: „Nach Feierabend gibt es Spieleabende oder wir gehen mit dem Team zusammen weg.“ Das ist für ein Start-Up nicht unüblich. Doch darüber ist die Firma längst hinaus, die Tonies werden sehr stark nachgefragt. Und das Unternehmen wächst stetig. „Als ich angefangen habe hier zu arbeiten, hatten wir rund 50 Mitarbeiter“, schildert Lehmann. Heute sind es insgesamt 160. „Es gab Zeiten, in denen sich zwei Kollegen einen Schreibtisch teilen mussten, weil wir so schnell gewachsen sind“, erinnert er sich.

Für die beiden Grevenbroicher kommt der große Erfolg der Tonies nicht von ungefähr. „Die Liebe zum Produkt ist in der Firma greifbar“, sagt Dohlen. Der bunte Würfel mit den kleinen Figuren habe viele Vorteile gegenüber einer CD oder Kassette, ergänzt Lehmann: „Kinder kommen weg vom Bildschirm und regen wieder ihre Fantasie an.“ Zudem bauten Kinder zu den Figuren eine echte Beziehung auf – wie etwa zu einem Stofftier. Die klassischen Medien könnten dies nicht bieten. Für Dohlen sind es vor allem die tollen Geschichten und die gute Handhabbarkeit der Tonies. „Kinder können die Tonies selbstständig bedienen – auch ohne Elternteil“, sagt sie. Dadurch könnten sie selbst entschieden, was sie hören und wie lange.

Auch privat ist die 27-Jährige von den Tonies überzeugt, hört über die kleine Box fast jeden Abend eine Geschichte zum Einschlafen. „Ich bin mit Hörspielen aufgewachsen“, sagt sie. Ihr Kollege ist ebenfalls von dem Produkt überzeugt, auch wenn er es zu Hause nicht selbst nutzt. „Ich finde die Idee einfach cool“, sagt Lehmann. „Ich habe früher selber Kassetten gehört wie Benjamin Blümchen oder Bibi Blocksberg.“ Aus diesen und anderen Gründen hat sich eine riesengroße Fangemeinschaft gebildet. „Die Resonanz ist super“, sagt Lehmann. „Und unsere Fans sind richtig kreativ.“ Was er meint: Manch einer gestaltet sich seine eigenen Figuren oder gestaltet extra Regale und genähte Taschen für die Tonies.

Die Grevenbroicher wollen lange bei der Firma bleiben. „Wir haben noch viel vor. Das will ich miterleben“, sagt Lehmann. Dohlen ergänzt: „Es ist spannend, Teil von einer Erfolgsgeschichte zu sein. Dann auch noch mitgestalten zu können, das macht Spaß“. Egal in welche Richtung es in Zukunft für die Tonies und die Firma weitergeht, eines ist schon jetzt vollkommen klar: Die beiden werden weiterhin so fasziniert von dem Produkt sein wie bisher.