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Grevenbroich: Tombola-Pony hat ein neues Heim

Grevenbroich : Tombola-Pony hat ein neues Heim

Für Pferdefreund Jannik Antons (13) und Shetlandpony Zeus ist es ein großer Tag: Es geht in ein neues Zuhause. Das ist ein Happy End, nach dem es zunächst nicht ausgesehen hatte.

Kurz vor Ostern hatte Jannik das Pony bei einer Tombola gewonnen. Der einzige Gedanke dabei war, Zeus zu helfen — denn sein Besitzer hat ihn bereits zum zweiten Mal bei einer Tombola verlost. "Ich war sehr glücklich, als ich das Siegerlos in meinen Händen hielt. Doch meine Mutter und mein Vater waren weniger begeistert", sagt Jannik. Schließlich hatten ihn seine Eltern vorher eindringlich darum gebeten, kein Los zu kaufen. "Wir wohnen in der zweiten Etage eines Mietshauses und haben keine Möglichkeit, das Pony zu behalten", sagt Mutter Kerstin Antons (42).

Auf der Suche nach einem neuen Besitzer für Zeus lernte Jannik die Hülchrather Tierschützerin Conny Wichmann kennen, die ohne zu zögern ihre Hilfe anbot: "Ich habe die Geschichte sofort bei Facebook und in der NGZ öffentlich gemacht. Daraufhin bekam ich viele Anfragen von Menschen, die Zeus aufnehmen wollten", berichtet sie.

Nach eingehender Prüfung sollte Zeus in dieser Woche eigentlich sein neues Domizil im Grevenbroicher Raum beziehen — kurzfristig mussten sich die Tierschützer aber umentscheiden. Begleitet vom Kleinbus einer Neusser Tierärztin, der den Pferdanhänger zog, machten sich die Ponyfreunde auf den Weg zu einem noch geheim gehaltenen Ort. In einem etwa 50 Kilometer entfernten Stall von Pferdefreunden soll der kleine Ponyhengst jetzt in einer Herde leben. Doch zunächst muss er kastriert werden. "Das kostet etwa 300 Euro. Dafür wollen wir jetzt Spenden sammeln", sagt Conny Wichmann. Jannik Antons ist zwar ein wenig traurig, dass er den Vierbeiner wegen der großen Entfernung nun nicht mehr mit seinem Fahrrad besuchen kann. Doch die Hülchrather Tierschützerin hat dem Dreizehnjährigen versprochen, ihn regelmäßig zu dem Hof zu fahren, damit er seinen "Hauptgewinn" besuchen kann. Außerdem darf er sich nun um die beiden Ponys kümmern, die Conny Wichmann in ihrem Heimatort hält. "Er wird den Verlust ganz sicher überwinden", ist sich die Hülchratherin sicher.

Jannik Antons ist nun mächtig stolz darauf, dass alles zu einem guten Ende geführt werden konnt. Schließlich kann er sich als Retter des kleinen Ponyhengstes fühlen. "Zeus wird künftig kein Tombolagewinn mehr sein", meint der Schüler und strahlt dabei.

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