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Grevenbroich: Tipps zum Drachenbau

Grevenbroich : Tipps zum Drachenbau

Karl Hussmann (65) ist seit 27 Jahren begeisterter Drachenbauer. Während eines Urlaubs an der niederländischen Küste entdeckte er die Leidenschaft für die Segler. Für die NGZ gibt er Tipps für den perfekten eigenen Drachen.

Wenn Karl Hussmann (65) zum Drachenfliegen geht, dann braucht er viel Platz. Denn seine größten "Windvögel" haben eine Spannweite von bis zu fünf Metern. Aber auch der Profi hat einmal klein angefangen. Vor 27 Jahren wurde seine Begeisterung für den Drachensport geweckt; mit zwei kleinen Lenkdrachen fing damals alles an. Heute hat er über 20 Drachen zu Hause. Rund 140 hat er bereits gebaut — viele hat er weiter verschenkt. Hussmann weiß: "Aller Anfang ist schwer, aber wenn man einmal den Dreh raus hat, verlernt man das Fliegen nie mehr."

Auch dieses bunte Gebilde gehört zur Drachensammlung des Profis. Foto: Karl Hussmann

Einleiner heißen die Drachen, mit denen Karl Hussmann etwa zu den Rheinwiesen in Oberkassel fährt. Aber auch auf den Feldern zwischen Wevelinghoven und Widdeshoven ist der Fan der Flugsegler zu entdecken. "Drachenfliegen ist ein Sport für Jung und Alt. Jeder kann es leicht erlernen und günstig ist es ebenfalls", sagt der Profi.

Bei Drachenfesten auf der ganze Welt zeigen Drachenflieger ihre Segler und präsentieren Figuren. Foto: Privat

Zwischen zehn und 15 Euro kostet ein einfacher Drachen zum Alltagsgebrauch. "Allerdings sind die schönsten Drachen die, die man selber gebaut hat", sagt Hussmann. Als Stoff eignet sich am besten Spinnaker-Nylon. "Dies bekommt man im Internet oder im Drachenshop. Einer der letzten dieser Art gibt es in Düsseldorf", weiß Hussmann.

Für den Rahmen empfiehlt der erfahrene Drachenbauer Glasfaser- oder Kohlefaserstäbe. Aber auch Holzstäbe aus Fichtenholz eignen sich gut zum Bau der Segler. Dazu kommt die Schnur, die — je nach Spannweite des Drachens — zugkräftig sein sollte. "Es gibt spezielle Drachenschnur, aber auch Maurerschnur aus dem Baumarkt ist geeignet", sagt Hussmann. Beim Bau sollte beachtet werden, dass der Drache insgesamt sehr leicht bleibt, und dass die Befestigungspunkte am Segler gleich lang sind. "Ist das nicht der Fall, stürzt der Drache sofort wieder ab. Diesen Aufbau nennt man Waage. Man sagt auch, der Drache muss in der Waage sein. Das ist der wichtigste Punkt am Fluggerät", sagt der 65 Jahre alte Wevelinghovener.

Beim Flug mit dem Drachen gibt es ebenfalls einige wichtige Punkte zu beachten. "Man sollte fernab von jeglicher Bebauung fliegen. Dort ist der Wind stabiler. Dazu sollten auf der Freifläche keine Bäume, Strommasten oder sonstige Hindernisse im Weg sein", sagt der Drachen-Profi.

Will man keinen eigenen Drachen bauen, gibt es welche im Drachenladen oder im Freizeitgeschäft zu kaufen. Diese sind dann aber meist auf Lenkdrachen spezialisiert sind, die eher für Kunstflüge zu gebrauchen sind. In diesem Gebiet gibt es auch Wettbewerbe bei Drachenfesten. Diese finden auf internationaler und nationaler Ebene statt. "Hierbei ist es sogar möglich, in Formationen zu fliegen. Dabei fliegen mehrere Drachen nebeneinander", erzählt Hussmann.

(NGZ/rl)