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Grevenbroich: Tholen: Stadt, Kreis und DSK beziehen Stellung

Grevenbroich : Tholen: Stadt, Kreis und DSK beziehen Stellung

In einer gemeinsamen Erklärung bezogen Stadt, Rhein-Kreis und Projektentwickler DSK gestern schriftlich Stellung zu den Behauptungen der Firma Tholen. Das Unternehmen aus Geilenkirchen sieht sich in der Auseinandersetzung um die im Neubaugebiet Kapellen verwendeten Baustoffe entlastet.

Die Firma stützt sich dabei auf ein Gutachten der Ingenieurgesellschaft "M&P", die vom Landgericht Krefeld eingesetzt wurde. Wie Tholen erklärte, sei der unter dem Straßenpflaster verwendete Baustoff nach den einschlägigen Vorschriften nicht zu beanstanden (die NGZ berichtete).

In der gestern abgegebenen gemeinsamen Erklärung von Stadt, Kreis und DSK heißt es dazu: "Die von der Firma Tholen veranlasste Bewertung nur anhand der Technischen Lieferbedingungen für Gesteinskörnungen im Straßenbau (TL Gestein-StB 04) berücksichtigt nicht die Verwendung im Wassereinzugsgebiet sowie innerhalb geschlossener Ortslagen, und ist daher insgesamt nicht zutreffend." Außerdem gehe der von Tholen zitierte Gutachter auch davon aus, dass es sich bei dem eingebauten Material um Schlackengranulat aus der Kupfererzeugung handele, das "generell und üblicherweise hohe Schwermetallbelastung" aufweise.

Wörtlich heißt es weiter in der Erklärung: "Der Einbau des schwermetallhaltigen Bettungsmaterials verstößt gegen wasser-, bodenschutz- und abfallrechtliche Vorgaben. Danach ist eine Verwendung im Neubaugebiet Kapellen nicht zulässig." Zudem sei vom Projektentwickler DSK "kein Recyclingprodukt, sondern ein Natursteinmaterial" bestellt worden. Die Vorbereitungen für den Rückbau würden planmäßig weitergehen, heißt es in der Stellungnahme.

Fragen zu dieser Stellungnahme wurden gestern weder von Stadt, Kreis noch DSK beantwortet. "Darauf haben sich die drei Beteiligten geeinigt", sagte Rathaussprecherin Ines Hammelstein. Auch über den Zeitplan für den Rückbau im Neubaugebiet gibt es zurzeit keine offiziellen Informationen.

Stadt und DSK werfen der Baufirma vor, unter großen Teilen des Straßenpflasters im "Kapellental" ein schwermetallhaltiges Bettungsmaterial verlegt zu haben. Tholen hatte alle Vorwürfe von Anfang an zurückgewiesen.

(NGZ/rl)