1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Thiel lehnt weitere Windräder ab

Grevenbroich : Thiel lehnt weitere Windräder ab

Landtagsabgeordneter: Grevenbroich ist doppelt von der Energiewende betroffen.

Rund fünf Prozent des Stadtgebiets sollen künftig für Windräder reserviert werden. Diese Pläne der Bezirksregierung Düsseldorf wertet der Landtagsabgeordnete Rainer Thiel (SPD) als "eine Zumutung für Grevenbroich". Damit werde die Stadt von der Energiewende gleich doppelt belastet.

"Die Grevenbroicher leben in Nachbarschaft zu Tagebau und Kraftwerken. Viele finden dort gute Arbeits- und Ausbildungsplätze", sagt Thiel. Doch diese Jobs gerieten mehr und mehr unter Druck, die Wertschöpfungskette vor Ort breche mit den Jahren weg. "Ausgerechnet hier soll nun die massivste Ausweisung von Windkraftanlagen im ganzen Regierungsbezirk Düsseldorf erfolgen", schimpft Thiel: "Das würde das Bild der Landesgartenschaustadt Grevenbroich völlig zerstören," fügt er hinzu.

Bis zum Jahr 2020 sollen in Nordrhein-Westfalen 15 Prozent der Stromversorgung aus Windenergie kommen. Dafür ist ein Bedarf von 54.000 Hektar vorgesehen, das sind etwa 1,6 Prozent der Landesfläche. In Großstädten oder in der Nähe von Flugschneisen gebe es kaum Platz für Windkraftanlagen, damit entstehe ein enormer Druck auf die Flächen im ländlichen Raum, sagt Thiel: "Man kann regelrecht von einem Flächenfraß reden. Bei Windkraftanlagen spielt das sonst so hochgehaltene Ziel des Flächensparens keine Rolle mehr."

  • Über geplante Windkraftanlagen diskutierte der Wachtendonker
    Energie in Wachtendonk : Ausschuss gegen Windräder in der Wankumer Heide
  • Die Windräder in Vorst speisen seit
    Windenergie in Tönisvorst : Arbeiten an den Vorster Windrädern
  • Mirko Braunheim ist zum Bezirksbrandmeister ernannt
    Feuerwehr im Kreis Mettmann : Mirko Braunheim ist der neue Bezirksbrandmeister

Ohnehin bereite ihm die Energiewende Sorge, sagt Thiel: "Für die Metall- und Chemieindustrie in der Region ist neben bezahlbaren Strompreisen die Frage der Versorgungssicherheit mindestens genauso wichtig - und die ist bei Wind- und Sonnenenergie noch lange nicht gegeben." Dennoch werde ein gewaltiger Druck aufgebaut, Braunkohlekraftwerke möglichst schnell zu schließen. "Ständig sind wir hier im Stress, um Strukturbrüche zu verhindern", meint der Abgeordnete. Was die Ansiedlung von Windrädern in Grevenbroich betrifft, hofft Rainer Thiel darauf, dass sich die Stadt und die Bezirksregierung annähern werden: "Von den laufenden Gesprächen verspreche ich mir eine Reduzierung der vorgesehenen Flächen für Windkraftanlagen", sagt er.

Tatsächlich verbreitet Ralf Müller, Leiter des Bürgermeisterbüros, in dieser Sache etwas Optimismus: "Wir sind in einem guten Kontakt mit Düsseldorf. Und es gibt die Hoffnung, dass im Abwägungsprozess der eine oder andere Standort, der unser Landschaftsbild komplett auf den Kopf stellen würde, aus der Regionalplanung herausgenommen wird." Das seien insbesondere die Flächen, in deren Nähe bisher noch keine Windräder stehen.

(NGZ)