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Grevenbroich: Thailändische Gastschüler lernen im Erasmus-Gymnasium

Grevenbroich : Thailändische Gastschüler lernen im Erasmus-Gymnasium

Seit vergangenen Samstag sind die fünf Thailänder zu Gast in der Schlossstadt, "ein so nettes, kleines Örtchen", wie sie bewundernd sagen. Kein Wunder, zu Hause sind sie in Bangkok. "Da ist es so dermaßen heiß, dass wir morgens und abends eine erfrischende Dusche nehmen", wie Thanaporn (16) lächelnd berichtet.

Mit der Austauschorganisation Youth for Understanding (YFU), die sich für Toleranz und interkulturelle Verständigung einsetzt, sind sie im "malerischen Kleinod" und am Erasmus-Gymnasium gelandet. Untergebracht in Familien ihrer Mitschüler, nehmen sie jetzt täglich am regulären Unterricht teil, wie Englisch- und Lateinlehrerin Heike Urban berichtet. Auffällig sei, wie "höflich-zurückhaltend" die Schüler mitarbeiten, sagt Mathelehrer Michael Grambusch. "Regelrecht irritiert waren die Thailänder, wie selbstverständlich Taschenrechner als legitimes Hilfsmittel benutzt werden", in Bangkok wird viel mehr im Kopf gerechnet.

"Hier ist vieles anders", fasst Kanittha (15) erste Eindrücke zusammen. Einander bei der Begrüßung die Hände zu schütteln, am besten noch mit festem Druck, ist in ihrer Heimat unüblich. "Wir verneigen uns mit gefalteten Händen voreinander", und im Unterricht "einfach so mit dem Lehrer zu sprechen, ist bei uns undenkbar". In Thailand geht es viel disziplinierter zu. Eine Schuluniform ist Standard, es gibt zwischen den Stunden keine sogenannten kleinen Pausen und Deutsch oder Englisch zu lernen bedeutet, sich jenseits aller Vokabelbüffelei mit einem anderen Alphabet auseinandersetzen zu müssen: Das Thailändische verfügt über 44 Buchstaben, übrigens gibt es keine Groß- und Kleinschreibung. Zum insgesamt zweiwöchigen Aufenthalt - am Samstagabend steht eine große Abschiedsparty mit den anderen Austauschschülern, die in anderen Städten NRWs in anderen Gastfamilien untergebracht sind, an - gehören viele Städtebesichtigungen. "In Köln war es schön", heißt es über einen Abstecher in die Domstadt. Und "wie schnelle hier die Busse fahren", hat sie ebenfalls nachhaltig beeindruckt. "Es war unser erster Besuch, aber hoffentlich nicht der letzte. Ich würde wirklich gerne wiederkommen", ist Thanaporn sich sicher. "Vor allem, um mehr von der Kultur zu entdecken und kennen zu lernen."

(von)