Grevenbroich: Tennishalle liefert bald Strom

Grevenbroich : Tennishalle liefert bald Strom

Die Tennishalle Heiderhof soll ab Ende des Monats Strom aus Sonnenenergie produzieren. Ab Montag werden die entsprechenden Solarplatten auf dem Hallendach installiert. Danach geht die Photovoltaikanlage ans Netz.

Die Kartons sind gerade erst angekommen: 19 Stück, allesamt ein paar hundert Kilogramm schwer und so groß, dass man schon einen Lkw benötigt, um sie zu transportieren. Der Inhalt: Solarplatten. Barthel Velder (55) öffnet einen der Kartons und zieht eine der rund 25 Kilo schweren und 1,97 mal 1,13 Meter großen Platten heraus. In der kommenden Woche werden sie auf dem Dach der Tennishalle Heiderhof angebracht. Dort ist Barthel Velders Ehefrau Manuela (47) Geschäftsführerin.

Auf 2300 Quadratmetern Dachfläche soll ab Ende Juni Solarstrom produziert werden. Die 260-Kilowatt-Photovoltaikanlage wird in drei Anlagen aufgeteilt: Eine Anlage soll zum Beispiel die Tennishalle mit Eigenstrom versorgen, eine andere wird vermietet. Die Investitionssumme beziffert Velder auf mehr als 500 000 Euro. Bis sich die Anlage amortisiert habe, werde es vermutlich zwölf Jahre dauern. Dennoch setzen immer mehr Bürger wie Manuela Velder auf die Produktion von Sonnenstrom.

Das liegt nicht zuletzt am "Erneuerbare Energien Gesetz" (EEG). Es verpflichtet die Netzbetreiber zur vorrangigen Abnahme von Ökostrom. Das EEG sieht dabei einen auf 20 Jahre garantierten Abnahmepreis für Strom aus Sonne oder Wind und Biogas vor. Allerdings ist Solarenergie teurer als Strom aus Kernkraft oder Kohlekraftwerken. Durch eine Umlage auf alle Verbraucher wird die Differenz zwischen den für die Betreiber von Ökostromanlagen garantierten Preisen und dem Marktpreis bezahlt. Solarstrom gilt folglich nicht nur als umweltfreundlich – er ist für die Anlagen-Betreiber auf Sicht ein gutes Geschäft. Kritiker bemängeln, die Umlage treibe den Strompreis unangemessen nach oben.

Das liegt auch am Wachstum des Wirtschaftsfeldes "Sonnenstrom". Laut Landwirtschaftskammer NRW wurden 2009 noch 3806 Megawatt neue Sonnenstromanlagen in Deutschland gemeldet. Alleine im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres wurde dies mit 3853 Megawatt neue Sonnenstromleistung übertroffen.

In Gut Heiderhof hat Familie Velder bereits gute Erfahrung mit dem aus Sonnenenergie gewonnenen Strom gemacht. Mitte des vergangenen Jahrzehnts wurden dort Photovoltaik-Platten auf dem Reitstall, dem angeschlossenen Schuppen sowie einer Scheune angebracht. "Wenn wir nicht zufrieden wären, würden wir jetzt keine Solarplatten auf dem Dach der Tennishalle installieren", sagt Velder. Dort waren ohnehin umfangreiche Dacharbeiten fällig; mit dem Anbringen der Photovoltaikanlage werden diese abgeschlossen. Die erforderlichen Anschlüsse seitens des Elektrikers sind bereits gelegt, derzeit werden die Schienen für die Solarplatten angebracht. In etwa zwei Wochen soll das Dach der Tennishalle dann Sonnenstrom produzieren.

(NGZ)
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