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Telekom-Panne in Grevenbroich: Taxi-Nummer fällt aus - 17,01 Euro Entschädigung

Telekom-Panne in Grevenbroich : Taxi-Nummer fällt aus - 17,01 Euro Entschädigung

Für Taxiunternehmer Steven Sürder aus Hemmerden ist im Januar ein Alptraum wahr geworden. Seine Telefonanlage fiel aus, die Nummer 2222 als Taxiruf war nicht mehr zu erreichen. Der Grund: eine Umstellung seiner Telefonanlage, die ihm die Telekom nahegelegt hatte.

Elf Tage lang hörten seine Kunden am Telefon lediglich den Satz "Diese Nummer ist nicht vergeben". Steven Sürder büßte nach eigenen Angaben zwischen dem 8. und 19. Januar etwa 80 Prozent Umsatz ein. Bei der Telekom hat er deshalb Schadenersatzforderungen gestellt. Jetzt kam die Antwort. Ganze 17 Euro und einen Cent Entschädigung soll der Jungunternehmer vom Telekommunikations-Riesen erhalten. Weil er für die Telekom als Kunde wichtig sei.

"Lachhaft" findet Steven Sürder diese Entschädigung — trotz ausdrücklicher Entschuldigung von Seiten der Telekom. Er schätzt den Schaden, der ihm durch den Ausfall der Telefonanlage entstanden ist, auf knapp 20.000 Euro. "Zwischenzeitlich wurde ich von vielen Leuten gefragt, ob das Unternehmen pleite sei. Schließlich waren wir nicht mehr telefonisch zu erreichen", ärgert sich der Jungunternehmer, der von großen Folgeschäden spricht. Diese kalkuliert er auf weitere 30.000 Euro. Für die Telekom scheint der Fall jetzt abgeschlossen zu sein, Sürders Telefonanlage ist wieder funktionstüchtig.

"Die Telekom macht in ihrem Brief deutlich, dass sie nach der Zahlung des Grundentgelts von 17 Euro und einem Cent weitere Schadenersatzforderungen im Grunde zurückweist", sagt der 30-Jährige, der auch in Betracht zieht, den entstandenen Schaden einzuklagen. "Doch das kostet mich weitere Nerven. Ich hoffe immer noch, dass sich das auch so regeln lässt", erzählt Sürder, dessen 30 Mitarbeiter in den elf Tagen ohne Telefon hauptsächlich am Bahnhof auf neue Kundschaft warten mussten. Gestern Nachmittag bot ihm die Telekom eine Entschädigung von 80 Euro an, auch diesem Angebot will Sürder nicht folgen.

Der Hemmerdener befürchtet, dass er als Kleinunternehmer gegenüber der Telekom kaum eine Chance haben wird, seine Forderungen durchzusetzen. "Das ist wirklich unfair, denn ich habe mir zwischenzeitlich große Sorgen um die Existenz meiner Firma und die meiner Fahrer machen müssen", erklärt Sürder, der in der Angelegenheit weiter kämpfen will.

(cka)