Tauchsportgemeinschaft Grevenbroich bietet Schnupperkurs im Schlossbad

Unter Wasser in Grevenbroich: Vom Schlossbad in die Ozeane dieser Welt

Die 1984 gegründete Tauchsportgemeinschaft macht fit für Expeditionen in die Unterwasserwelt. Erstmals bietet sie Schnupperkurse im Schlossbad an.

Ab und zu geht Harald Meisner auf Tauchstation. Als passionierter Taucher ist der 58-Jährige nicht nur gerne in Unterwasserwelten unterwegs, er ist Gründungsmitglied der Tauchsportgemeinschaft Grevenbroich. Erstmals bietet die TSG jetzt einen Schnupperkursus als Einstieg in ihren Sport im Schlossbad an. Der richtet sich an alle, die „gerne mal unter die Oberfläche schauen und auf den Spuren Jacques Cousteaus wandeln möchten“ .

Im Schlossbad machen sich die Mitglieder der Ta uchsportgemeinschaft Grevenbroich fit für ihre Expeditionen. Foto: Harald Meisner

„Das ist wie in einer Märchenwelt“, versucht Vereinskollegin Angela Dinter liquide Impressionen, „farbintensiv und unerwartet“, in Worte zufassen. „Es ist ruhig und friedlich, man denkt, man kann fliegen“, beschreibt sie das „Gefühl unendlicher Freiheit“, das „süchtig macht“. Über ihren Ehemann Bernhard fand sie den Weg ins Nass. „Wichtig ist, den Sport richtig zu lernen“, plädieren die drei für die „fundierte Ausbildung“ – am besten in Deutschland. „Hier gibt es hohe Standards, die Methoden sind ausführlich und in einer Sprache, die klar ist“, zählt Harald Meisner wichtige Kriterien auf. Bei Kursen in Urlaubsparadiesen drücken nicht nur Ausbilder oft sprichwörtlich auf die Tube, „niemand möchte wertvolle Ferienzeit mit Unterricht vergeuden“, weiß Bernhard Dinter.

Leuchtend rot: Ein Seepferdchen in einem Korallenriff. Foto: Bernhard Dinter

Der „versierte Umgang mit dem Equipment ist wichtig“, nur wer ihn aus dem Effeff beherrscht, ist Eventualitäten gegenüber gewappnet – „und kann dann mit allem Sinnen genießen“, wie Harald Meisner ergänzt. Auch seine eigene Taucherkarriere führte vom ersten vorsichtigen Herantasten über Baggerseen in der Umgebung in die Weltmeere. „Das ist hier vor Ort gar keine so langweilige Ecke“, mal Enten von unten zu beobachten, mache „richtig Spaß“ – und wer hier gelernt hat, ist fit für „die schönsten Reviere der Welt“, sind sie sich einig. Deren Liste ist lang und namhaft. „Um zu verstehen, was ich da unten sehe, nutze ich entsprechende Literatur“, sagt Bernhard Dinter über seltene Fische und die Begegnung mit manch imposanten Meeresbewohner, dokumentiert in unendlichen Fotos. Bei einer Reise auf die Philippinen waren die Eheleute „extra früh aufgestanden, um uns Nacktschnecken anzusehen“. Was schnöde klingt, sind „Kunstwerke, mal neonfarben, mal wie gelackt, und in den schönsten Farbtönen überhaupt“. Und während die 55-Jährige fasziniert diese wundersamen Wesen beobachtete, schwamm lautlos ein Walhai auf sie zu. Die „Konfrontation der besonderen Art“ wandelte sich dann blitzschnell in ein „Wow-Erlebnis“: „Walhaie sind Planktonfresser, also ungefährlich – dafür aber spektakulär anzusehen.“

Auf Du und Du mit Nemo: Clownfische an einer Seeanemone. Foto: Bernhard Dinter

Und natürlich bescheren die Tauchgänge nicht nur „unfassbar schöne Impressionen“, wie die Sportler beispielsweise Begegnungen mit Fischschwärmen beschreiben, sie zeigen Zivilisationsmüll, wovon eine am Meeresgrund dümpelnde ausrangierte Toilettenschüssel noch die harmlose Variante ist. „Umweltschäden sind an Riffen und Atollen sichtbar. Von der Überhitzung der Meere sind viele Wasserwelten massiv betroffen“, berichten die Tauchsportler über Gebiete auf den Malediven. Aber auch, wer im heimischen See als Froschmann Unrat zusammenklauben will, sollte mit Druckausgleich, Sauerstoffflasche und Co. geübt sein. Wissen vermitteln die Tauchsportfreunde – so lange, „bis man sich so wohl wie ein Fisch im Wasser fühlt“.

Faszinierende Begegnung: Eine Krabbe lugt neugierig hervor. Foto: Bernhard Dinter
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