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Grevenbroich: Tank-Roulette in Grevenbroich

Grevenbroich : Tank-Roulette in Grevenbroich

Es ist ein bisschen wie beim Glücksrad: Die Anzeige dreht sich, kurz darauf erscheint eine Zahl. Wenn alles gut läuft ist sie niedrig und der Autofahrer kann ein bisschen sparen. Aber das ist momentan die Ausnahme.

Dabei lässt sich durchaus sparen: Wer an Grevenbroicher Tankstellen morgens noch zu erhöhten Preisen tankt und abends an derselben Tankstelle den Preis-Check macht, sieht: Der Preis wandert im Laufe des Tages um mehrere Cent nach unten.

Foto: Cramer

Eine Beobachtung der Tankstellen HEM, Esso und Shell in der Schlossstadt zeigt: Nachts und morgens ist Sprit am teuersten, im Laufe des Nachmittags in Richtung Abend tankt es sich deutlich günstiger. Allerdings muss man dann teilweise lange Schlangen in Kauf nehmen.

Doch es ist nicht nur die Tageszeit, die über die Summe auf der Tankrechnung entscheidet: Neben dem "wann" spielt auch das "wo" eine wichtige Rolle. Von Tankstelle zu Tankstelle — auch von derselben Kette — sind immer wieder große Sprünge zu bemerken. Laut ADAC sind diese vermeintlich hektischen Preissprünge ein Trick der Mineralöl-Konzerne. So sei es für den Autofahrer kaum möglich, einigermaßen den Überblick zu behalten und den richtigen Moment zum Tanken zu erwischen. Und wer schon auf "Reserve" durch die Straßen kriecht, kann kaum mit dem Tanken bis zum Abend warten und muss oft tiefer in die Tasche greifen.

Ob morgens oder abends — zu den Ostertagen wird der Spritpreis vermutlich wieder deutlich steigen. Zehn Cent Erhöhung über Nacht seien möglich, so ein Sprecher des ADAC NRW. Wer günstiger volltanken will, sollte das noch heute oder morgen tun, auch wenn das Preisniveau schon jetzt hoch erscheint. 2011 stiegen die Preise zu Ostern deutlich an, doch der Trend stoppte nach den Feiertagen nicht.

Der Sprit wurde immer teurer, erst eine Woche nach den Ostertagen regulierten sich Diesel- und Benzinpreis wieder. Die Zahl der Preisbewegungen habe sich deutlich vermehrt, die Sprünge werden immer größer, so der ADAC. Andere Automobilclubs sprechen schon davon, dass in naher Zukunft die Preise auf mehr als zwei Euro pro Liter steigen.

Deshalb rentiert sich der Preisvergleich immer mehr. Entweder klassisch die nahe liegenden Tankstellen abfahren oder digital: Der ADAC bietet Mitgliedern eine Suchfunktion an, die die günstigste Tankmöglichkeit in der Umgebung ermittelt. Alternativ dazu findet man im Internet viele verschiedene Anbieter, die aktuelle Preise anzeigen. Außerdem kann man dort Spritpreisbewegungen melden.

Mit diesen Hilfsmitteln kann man zumindest teilweise dem persönlichen Tankpreis-Glücksrad auf die Sprünge helfen. Dass dadurch die Mineralöl-Konzerne ihre Strategie ändern, ist jedoch abwegig.

(NGZ/rl)