Grevenbroich: Tagebau-Lawine: BUND will Sicherheitszone

Grevenbroich: Tagebau-Lawine: BUND will Sicherheitszone

Die Sicherheitszonen zwischen Tagebauen und benachbarten Orten müssen vergrößert werden. Das fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Aktueller Grund: In der Braunkohlengrube Inden bei Jülich kam es jetzt zu einem Erdrutsch. Auf einer Länge von 100 Metern brachen 450 000 Kubikmeter ab.

Der Zwischenfall soll der schwerste Böschungsrutsch seit 25 Jahren im Rheinischen Revier sein. Es gab keinen Schaden, der nächste Ort (Schophoven) liegt etwa einen Kilometer entfernt, niemand wurde verletzt. Dennoch: "Das aktuelle Ereignis zeigt, dass Erdrutsche jederzeit möglich sind", erklärt Dirk Jansen vom BUND-Landesverband. Die Umweltschützer fordern vor diesem Hintergrund größere Sicherheitspuffer zu den Siedlungen. "Zonen wie beim Tagebau Garzweiler von 100 bis 150 Meter Breite können keinen ausreichenden Schutz gewährleisten", erklärt Jansen. Selbst 250 Meter Abstand wie in Kerpen-Buir (Tagebau Hambach) seien nach Ansicht des Verbandes viel zu gering dimensioniert.

Schon nach dem verheerenden Erdrutsch in Nachterstedt (Sachsen-Anhalt) hatte sich der BUND im vergangenen Jahr für eine Überprüfung aller Braunkohlenpläne im Revier stark gemacht. Am Freitag wiederholte er diese Forderung: "Die Entwarnungen von RWE und der Landesregierung, es bestünde keine Gefahr für die Tagebauanrainer, sind vor dem Hintergrund des aktuellen Ereignisses unverantwortlich", unterstrich Dirk Jansen. In die Überprüfung müssten auch die Zukunftsplanungen von RWE einbezogen werden. Nach Ansicht des Umweltverbandes könnte nicht ausgeschlossen werden, dass die bis zu 400 Meter tiefen "Restseen", die nach Tagebauende entstehen, eine Erdrutschgefahr bergen.

(NGZ)