Zukunfts-Projekt am Tagebau Garzweiler RWE will Park für Agri-Fotovoltaik noch dieses Jahr in Betrieb nehmen

Grevenbroich/Jüchen/Bedburg · Auf sieben Hektar Land direkt am Tagebau entsteht ein Solarpark, der Stromerzeugung und Landwirtschaft verbinden soll. RWE meldet den Montage-Abschluss. Wie viel Strom künftig nahe der „Tagebau-Autobahn“ produziert werden soll.

 Unter diesen aufgeständerten Solarmodulen könnten landwirtschaftliche Produkte erzeugt werden. Der Agri-PV-Park am Tagebau soll noch dieses Jahr ans Netz gehen.

Unter diesen aufgeständerten Solarmodulen könnten landwirtschaftliche Produkte erzeugt werden. Der Agri-PV-Park am Tagebau soll noch dieses Jahr ans Netz gehen.

Foto: Kandzorra, Christian

Der Energiekonzern RWE arbeitet mit Hochdruck an der Inbetriebnahme des Parks für Agri-PV-Anlagen am südlichen Ende des Tagebaus Garzweiler. Wie Unternehmenssprecherin Sarah Knauber unserer Redaktion sagte, soll die Inbetriebnahme noch 2023 erfolgen. „Die Montage der Solarmodule auf den einzelnen Unterkonstruktionen ist bereits abgeschlossen“, sagt Knauber.

Auf dem sieben Hektar großen Areal, das direkt an die A 44n grenzt, werden drei verschiedene Arten von Solaranlagen getestet, die Stromerzeugung und Landwirtschaft gleichzeitig ermöglichen sollen. Variante eins: Solarmodule, die waagerecht auf einem starren Ständerwerk montiert sind. Darunter könnten Beeren angebaut werden. Variante zwei: Solarmodule, die auf einer zur Sonne hin schwenkbaren „Dachachse“ montiert sind. Variante drei: Solarmodule, die senkrecht an Stellwände geschraubt sind, zwischen denen Getreide angebaut werden kann. Der größte Teil des Parks entfällt auf Module, die der zweiten Variante zuzuordnen sind: Mit deren Hilfe sollen 1,6 Megawattpeak Leistung erzeugt werden, insgesamt soll der Solarpark eine Leistung von 3,2 Megawattpeak bringen. Alle drei Arten von Agri-PV sollen gleichzeitig ans Netz gehen.

Eng begleitet wird das Projekt, für das das Investitionsvolumen mit 3,5 Millionen Euro angegeben wird, vom Forschungszentrum Jülich. „Die Forschungsarbeit wird Anfang 2024 aufgenommen“, sagt Sarah Knauber. Sie soll fünf Jahre dauern. Gefördert wird das Projekt mit Mitteln des Landes. Die Jülicher Forscher wollen unter anderem der Frage nachgehen, wie gut sich Stromerzeugung und Landwirtschaft tatsächlich in Einklang bringen lassen, wie groß der Ertrag sein kann – und welche äußeren Einflüsse zu Problemen führen könnten.

Bisher gibt es im Revier kein Agri-PV-Projekt in dieser Größenordnung. Errichtet wird der Solarpark streng genommen auf Bedburger Grund. Der dortige Bürgermeister, Sascha Solbach, hatte Kostenpflichtiger Inhalt bereits bei der Projektvorstellung im Sommer von einem immer größere werdenden Kampf um Flächen im Rheinischen Revier gesprochen. Er hält das Projekt für zukunftsweisend, es könnten „zwei Fliegen mit einer Klappe“ geschlagen werden.

(cka)
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