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Grevenbroich: Super-Grobi war der Publikums-Liebling

Grevenbroich : Super-Grobi war der Publikums-Liebling

Tausende Menschen drängten sich am Samstagabend an den Straßenrändern der Innenstadt. Und sie bekamen viel zu sehen. Zum Auftakt des Bürgerschützenfestes wurden zwölf Großfackeln präsentiert – eine schöner als die andere.

Tausende Menschen drängten sich am Samstagabend an den Straßenrändern der Innenstadt. Und sie bekamen viel zu sehen. Zum Auftakt des Bürgerschützenfestes wurden zwölf Großfackeln präsentiert — eine schöner als die andere.

Kinder kreischten vor Vergnügen, Erwachsene staunten — und die Fackelbauer um Willy Helfenstein freuten sich. Der zehn Meter lange "Super-Grobi", den die "Rösige Boschte" gemeinsam mit dem Jägerzug "Mer stonn zesamme" gebaut hatten, begeisterte nicht nur das Publikum an den Straßenrändern. Auch die Fackel-Jury war Feuer und Flamme: Nach ihrem Urteil war der blaue Held aus der Sesamstraße das schönste Machwerk, das am Samstagabend durch Grevenbroich gezogen wurde.

Damit hat die Fackelbaugemeinschaft, die seit sieben Jahren zusammenarbeitet, die Messlatte ganz schön hoch gesteckt. Denn die befreundeten Jägerzüge sicherten sich bereits zum fünften Mal in Folge den ersten Platz. "Das ist ein Ansporn für andere", erklärt BSV-Fackelbauberater Christoph Oberbach und meint: "Ich weiß, dass manche Züge im nächsten Jahr die Jagd eröffnen wollen."

Die "Rösige Boschte" und die Männer von "Mer stonn zesamme" nehmen das gelassen hin. "Die Platzierung ist eigentlich nicht so wichtig", sagt Willy Helfenstein: "Für uns zählt der Zuspruch des Publikums — und der war richtig gut." Den obligatorischen Sieger-Sekt konnten die beiden Jägerzüge übrigens auch in diesem Jahr nicht aus einem Fackelbau-Pokal genießen. Nachdem der Cup schon 2011 in ihren Besitz ging, gab es bis heute keinen Ersatz.

Dass der Fackelzug ein Höhepunkt des Schützenfestes ist, davon zeigt sich BSV-Sprecher Peter Eysen überzeugt: "Es war wieder einmal richtig voll. An den Straßen knubbelten sich die Leute." Und die bekamen einiges zu sehen: Insgesamt neun eigene und drei Gastfackeln (aus Wevelinghoven und Hemmerden) zogen die Schützen durch die Stadt — und persiflierten dabei so manche lokale Begebenheit.

Etwa die "Noh'besch Jonge", die Landrat Hans-Jürgen Petrauschke als einen angriffslustigen Sparfuchs darstellten und ihn der Bürgermeisterin auf den Hals hetzten — dafür gab es Platz zwei in der Fackelbau-Bewertung. Den dritten Rang holten sich die Männer vom Jägerzug "St. Hubertus", die mit gelungenen Disney-Figuren ein Problem aus dem Rathaus aufgriffen: "Ob Minnie oder Micky Maus — der Stadt gehen die Beamten aus".

Als Vierte gingen die Männer vom Jägerzug "Schützenlust" aus dem Rennen: Auf ihrer ersten Fackel ließen sie große Dominosteine um-kippen, die symbolisch das darstellten, mit dem die Brauchtums-Vereine zu kämpfen haben: "Auflagen, Rauch- und Glasverbot sind des Schützenfestes leiser Tod", war ihr Motto. Dass auch die Stadt Grevenbroich einen Rettungsschirm benötigt, davon zeigten sich die Grenadierzüge "Erftgrafen" und "Schlossgrafen" überzeugt: Ihre große Weltkugel mit dem roten Schirm über dem Stadtwappen belohnte die Jury mit dem fünften Platz.

Das große Überraschungs-Ei der "Jröne Jonge", das Metzger-Schwein der Jägerzüge "Jungschützen" und "Waldeslust", der Feuerwehrwagen von "St. Florian", das leuchtende Wimmelbild der Edelknaben und alle anderen Fackeln sind morgen wieder zu sehen. Ab 18 Uhr werden sie durch die Straßen gezogen.

(NGZ)