Grevenbroich: Subprior öffnet Türen: Verborgene Kloster-Welt lässt viele staunen

Grevenbroich: Subprior öffnet Türen: Verborgene Kloster-Welt lässt viele staunen

Als Frater Franziskus Eberl zum "Tag des offenen Klosters" am Wochenende die Tür zum Wohnzimmer der neun Mönche öffnete, staunten viele Besucher nicht schlecht: Ein großer Kamin ist Blickfang in dem rustikal eingerichteten Zimmer, das vom Kreuzgang-Trakt des Zisterzienser-Klosters Langwaden abzweigt. "Hier kommen wir abends zusammen", erzählte der Subprior, der auch ein wenig aus dem Nähkästchen plauderte - und den Besuchern des Kloster-Tages damit Einblick in den Alltag der Zisterzienser gab. Der pompöse Kamin gehört allerdings erst vergleichsweise "kurz" zum Inventar der historischen Klosteranlage. "Der Kamin stammt ursprünglich aus dem Schloss Morken-Harff, das in den 1970er Jahren dem Braunkohlentagebau weichen musste", erzählte Frater Franziskus.

Die Geschichte des Klosters könnte man als sein "Steckenpferd" bezeichnen: Er kennt sie in- und auswendig - und weiß um die Bedeutung fast jeden einzelnen Raumes. Zu den Herzstücken der ab den 1960er Jahren kernsanierten Anlage zählt zweifelsfrei der Kreuzgang. "Hier hat sich früher das öffentliche Leben abgespielt", sagte der Zisterzienser, gleichwohl sei es aber immer auch ein besonderer, zeitweise sogar ein Ort der Stille gewesen. Normalerweise bleiben die Zugänge zum Kreuzgang des Klosters verschlossen, Einblicke gibt es für Besucher nur recht selten. So sehen die meisten auch nicht, dass die Mönche durchaus dem Zeitgeist folgen und in ihrem Wohnzimmer etwa über einen modernen Fernseher und sogar einen DVD-Player verfügen.

Doch in ihrem Alltag steht Anderes im Mittelpunkt: So starten die Mönche immer mit Gebeten in den Tag - "jeden Morgen um 6 Uhr", betont Frater Franziskus. Dann merkt er mit einem Augenzwinkern an: "Am Sonntag können wir eine halbe Stunde länger schlafen."

Beim Rundgang durchs Kloster, das sich mit dem "Tag des offenen Klosters" einer bundesweiten Aktion unter dem Motto "Gut. Wir sind da" anschloss, zeigte der Geistliche auch einige historische Fotos der Klosteranlage, die im Zweiten Weltkrieg stark in Mitleidenschaft gezogen worden war. Insgesamt erhielten Interessierte am Samstag in 230 deutschen Klöstern Einblicke "hinter die Kulissen". In Langwaden konnten Besucher auch bei einer Mittagshore sowie einer Vesper dabei sein und die Gebete verfolgen.

(cka)