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Grevenbroich: Stunts sehen und Bikes testen

Grevenbroich : Stunts sehen und Bikes testen

Wolken und immer wieder Regenschauer: kein ideales Wetter für Motorradfans. Diese nutzten für die Fahrt zur vierten "Erlebniswelt Motorrad" lieber das Auto. 5000 Besucher wurden im Fahrsicherheitszentrum gezählt.

Bahn frei für Stuntfahrer Oliver Ronzheimer: Der in der Szene bekannte Motorrad-Artist fuhr nur auf dem Vorder- oder dem Hinterrad und zeigte, dass man während der Fahrt nicht nur auf dem Sattel sitzen kann, sondern auch vor dem Lenker — natürlich stets mit dem Hinweis, es ungeübt nicht nachzumachen.

Besonders gefragt: neue Modelle und die Möglichkeit, die Maschinen selbst auf dem Gelände zu testen. Foto: Jazyk, Hans

Auf eine 360-Grad-Drehung mit qualmenden Reifen wurde allerdings verzichtet. "Wir möchten hier kein schlechtes Beispiel für den Reifenverschleiß zeigen", sagte Klaus Ruppert, Leiter des Fahrsicherheitszentrums in Grevenbroich. Schließlich habe die Einrichtung auch einen pädagogischen Auftrag.

Insgesamt 50 Aussteller präsentierten sich im Fahrsicherheitszentrum bei der vierten Auflage der "Erlebniswelt Motorrad". Die Messe informierte über neue Modelle, Bekleidung und Zubehör, Tuning und Motorradreisen. Die Polizei erklärte, wie Unfälle vermieden werden können. Die längste Besucherschlange bildete sich bei der Anmeldung für eine Probefahrt — und sie schien nie kürzer zu werden. Sechs Markenhersteller boten mehrere Maschinen mit Hubraum bis zu 1600 Kubikzentimeter zum Test an.

Für Klaus Ruppert eine Besonderheit der Messe, denn viele Händler würden sonst nur ungern Probefahrten zulassen, weil sie die Maschine oft beschädigt zurückerhielten. Die Probefahrer gingen unter Beobachtung der ADAC-Instruktoren sehr vorsichtig mit den Leihmaschinen um. Wie an der Schnur aufgereiht, fuhren die Bikes in Kolonne über das Gelände.

Dabei gibt es immer weniger junge Biker: Der Motorradfahrer von heute ist meist mittleren Alters. "Motorradfahren ist zurzeit wenig im Trend", meint Klaus Ruppert. Seine Erklärung: "Kinder wollen häufig nicht das gerne machen, was ihre Eltern gerne mochten."

Während früher eine günstige Alternative zum Auto im Vordergrund stand, ist das Motorrad heute ein Hobby und unter sportlichem Aspekt zu sehen. Langsam, meinte Ruppert, steige das Interesse aber auch bei Jüngeren wieder.

Sascha Tenberken etwa gehört nicht zur grau melierten Generation Motorradfahrer. Dabei interessiert er sich insbesondere für ältere Maschinen und präsentierte während der zweitägigen Messe seine eigene DKW, Baujahr 1954, mit Beiwagen.

"Als Restaurator muss man natürlich verstehen, wie die Maschine und ihre Einzelteile funktionieren. Aber besonders wichtig ist es, mit Herz bei der Sache zu sein", sagt Tenberken. Für ihn perfekt: Als Mechaniker in der "Boxerschmiede" konnte er sein Hobby zum Beruf machen.

(stef)