Grevenbroich: Strom tanken an Laternen

Grevenbroich : Strom tanken an Laternen

Grevenbroicher Straßenlaternen sollen in Tankstellen für Elektro-Fahrzeuge umgerüstet werden – das fordert jetzt die UWG-Fraktion. Was ungewöhnlich klingt, wird bereits von den Düsseldorfer Stadtwerken getestet.

Grevenbroicher Straßenlaternen sollen in Tankstellen für Elektro-Fahrzeuge umgerüstet werden — das fordert jetzt die UWG-Fraktion. Was ungewöhnlich klingt, wird bereits von den Düsseldorfer Stadtwerken getestet.

Elektroautos sind auf den Grevenbroicher Straßen noch nicht allzu häufig zu sehen. Aber sollten es künftig mehr werden, muss die Stadt den Besitzern der umweltfreundlichen Wagen ein gutes Netz an Ladestationen bieten. Diese Forderung stellt die UWG in einem Antrag für die Dezember-Sitzung des Rates.

"Untersuchungen gehen davon aus, dass in den nächsten zehn bis 15 Jahren bis zu 30 Prozent aller Autos mit Elektro- oder Hybridantrieb ausgerüstet sind. Dafür werden öffentliche Ladestationen notwendig sein", begründet die UWG-Fraktionsvorsitzende Martina Flick. Konkret geht es ihr um die Straßenlaternen im Stadtgebiet: Sie sollen in "Tankstellen" umgebaut werden.

Eine "Tankfüllung" für vier Euro

In Düsseldorf wird ein solches Projekt bereits getestet. Dort wurden Laternen am unteren Ende mit einer Steckdose und einem Stromzähler in "E-Tanken" verwandelt. Eine kleine Ampel am oberen Teil des Mastes zeigt an, ob gerade ein Auto geladen wird (rot) oder die Zapfsäule genutzt werden kann (grün).

Damit der Besitzer seinen Wagen aufladen kann, muss er sich zuvor registrieren lassen und erhält einen elektronischen Chip, mit dem er die Ladestation aktivieren kann. Eine "Betankung" kostet etwa vier Euro, der Umbau einer Laterne schlägt mit einem Betrag zwischen 500 und 1000 Euro zu Buche.

Dieses Modell wäre auch etwas für die Stadt Grevenbroich, meint Martina Flick: "Es muss keinesfalls jede Lampe mit einer Ladestation ausgerüstet werden. Wir sollten mit einem schwerpunktmäßigen Netz beginnen, das später nach Bedarf ausgebaut werden kann."

Der Grundstein für dieses Vorhaben könnte bereits in 2012 gelegt werden, betont die Fraktionschefin: "Dann laufen die Stromkonzessionsverträge mit dem Gas- und Wasserwerk aus. Die anstehenden Neuverhandlungen bieten die Chance, etwas Gutes für die Stadt zu tun."

Die Vorteile aus Sicht der UWG: Die Stadt bekomme schrittweise neue Straßenlaternen mit Ladestationen, die Lampen würden sich von selbst finanzieren und der Stadt künftig hohe Einnahmen bescheren. Und: Mit den steigenden Verkaufszahlen von Elektro-Rollstühlen und -Fahrrädern sei der Bedarf schon heute da.

Bislang gibt es in Grevenbroich eine Tankstelle für Elektrofahrzeuge: Sie befindet sich am Fuß des neuen Rathauses und wird über die Solaranlage auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes gespeist. Ursprünglich war diese "Tanke" für die Elektroautos der Wirtschaftsbetriebe vorgesehen.

"Doch die sind nicht mehr in unserem Fuhrpark", sagt Geschäftsführer Rainer Baumgardt. Als die E-Mobile ausgemustert werden mussten, habe es keine geeigneten Nachfolge-Fahrzeuge auf dem Markt gegeben.

(NGZ)
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