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Grevenbroich: Streit um eiskalte Wohnung

Grevenbroich : Streit um eiskalte Wohnung

Seit mehr als einem Jahr streitet Michael Alberts mit seinem Vermieter: Er leidet, besonders jetzt, unter undichten Fenstern und Türen. Auf eine Mietminderung habe der Vermieter nicht reagiert. Jetzt ist ein Gutachter beauftragt.

Mehrere Vorhänge hat Michael Alberts vor die Fenster gezogen. Mit Pappe und Schaumstreifen versucht er, sie weiter abzudichten. "Ich bekomme meine Wohnung nicht warm, in den Zimmern sind nur zehn bis zwölf Grad", klagt der 57-Jährige. Der Grund: "Die Fenster sind morsch und undicht, es zieht durch die Ritzen." Seit etwa neun Jahren wohnt der Schwerbehinderte in einem Hochhaus am Hammerwerk, seit Herbst 2010 dränge er gegenüber der Hausverwaltung, der LM Immobilien in Düsseldorf, auf eine Lösung. Noch immer seien keine neuen Fenster eingebaut, "es passiert einfach nichts", sagt Alberts. Besonders mache ihm die derzeitige Kälte zu schaffen. "Ich bin ständig erkältet – und habe sogar schon im Flur geschlafen, weil es in den anderen Räumen zu kalt war."

Den Mangel bestätigt Alberts' Anwalt Tilman Foerster: "Meinem Mandaten wurde diese Wohnung durch das Sozialamt vermittelt. Seit über einem Jahr besteht das Problem mit dem Durchzug." Der Vermieter sei mehrfach aufgefordert worden, den Mangel zu beheben. Er habe nicht reagiert, "auch nicht, als wir die Miete gemindert haben".

Ganz anders sieht Michael Boeckelmann, der Hausverwalter bei LM Immobilien Management, die Situation: "Die Fenster sind nicht auf dem neuesten Stand, aber sie sind nicht so, wie es der Mieter darstellt. Wir haben neue Dichtungen eingebaut. Zudem haben wir ihm seit Mai mehrere Wohnungen gleicher Größe in dem Gebäudekomples angeboten, aber er hat alle abgelehnt. Wir hätten sogar mit unseren Mitarbeitern für ihn den Umzug bestritten", so Boeckelmann.

Zurzeit läuft vor dem Amtsgericht Grevenbroich ein Beweisverfahren. "Ein Gutachter wird prüfen, ob – wie wir meinen – ein Mangel besteht, welche Reparaturen notwendig sind und was sie kosten", sagt Anwalt Tilman Foerster (42). Er rechnet damit, dass "das Gutachten in drei, vier Monaten vorliegt".

(NGZ)