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Grevenbroich: Streit um die Kapellener Grundschul-Toiletten

Grevenbroich : Streit um die Kapellener Grundschul-Toiletten

Erst wurden sie abgebaut, dann wieder geliefert – doch die neuen Toiletten der Kapellener Grundschule gehen noch längst nicht in Betrieb. Die Stadt liegt mit dem Hersteller der Anlage im Clinch.

Erst wurden sie abgebaut, dann wieder geliefert — doch die neuen Toiletten der Kapellener Grundschule gehen noch längst nicht in Betrieb. Die Stadt liegt mit dem Hersteller der Anlage im Clinch.

Seit Wochen schon stehen die Gebäudeteile verwaist auf dem Schulhof an der St.-Clemens-Straße. Dass die Container in nächster Zeit ihren Dienst als Schul-Toiletten aufnehmen werden, ist jedoch eher unwahrscheinlich. "In diesem Jahr wird das auf keinem Fall noch etwas", sagt Dezernent Claus Ropertz. Denn die Stadt liegt mit dem Hersteller im Clinch.

Schon seit Jahren klagt die Grundschule über ihre maroden Toiletten. Nicht nur, dass die Kinder den Schulhof überqueren müssen, um das stille Örtchen aufzusuchen — auch die Hygiene lässt zu wünschen übrig. Fugen liegen offen, Metall-Latten an den Wänden sind verrostet. Zudem müffelt es in dem Trakt, selbst bei geöffnetem Fenster.

Der Rat hat 195 000 Euro für eine neue Toilettenanlage in Fertigbauweise genehmigt. Als ein Kran im vergangenen Juli zwei Containergebäude auf dem Schulhof platzierte, schien alles gut zu werden. Doch Fehlanzeige: Im August wurden die knapp 130 000 Euro teuren Häuschen wieder abgeholt.

Der Grund: "Der Hersteller aus Westfalen hatte einen Dachdecker zu spät damit beauftragt, die Container provisorisch abzudecken. Das hatte Folgen: Durch einen heftigen Regenschauer, der zwischenzeitlich niederprasselte, wurden die Trockenbauteile durchnässt", schildert Ropertz. Die Stadtverwaltung ließ die Container daraufhin wieder abholen. Der Wasserschaden sollte vom Hersteller umgehend behoben werden. "Mit ihm wurde zudem vereinbart, dass wir die Anlagen vor der nächsten Lieferung im Werk begutachten und abnehmen wollen", erklärt der städtische Dezernent.

Doch aus dem Vor-Ort-Termin sei nichts geworden: Am 12. Oktober, einem Freitag, habe die Firma ein Fax ins Rathaus geschickt und mitgeteilt, dass die Toiletten am folgenden Montag geliefert würden. "Wir haben selbstverständlich sofort zurückgefaxt und an unsere Vereinbarung erinnert — allerdings vergeblich", sagt Claus Ropertz. Seit dem 15. Oktober stehen die Container wieder auf dem Schulhof.

Doch in Betrieb genommen werden sie nicht. Im Gegenteil: Die Verwaltung hat einen unabhängigen Sachverständigen mit einem gründlichen Check der Anlagen beauftragt. "Das Gutachten liegt uns noch nicht vor", sagt Claus Ropertz: "Doch wir haben bereits die mündliche Mitteilung bekommen, dass die Wand- und Bodenabdichtung mangelhaft ausgeführt worden ist." Darüber hinaus habe der städtische Umwelt-Experte Klaus Gähl Messungen im Inneren der Container vorgenommen. Das Ergebnis: "In der Raumluft sind Schimmelpilz-Sporen festgestellt worden", erklärt Ropertz auf Anfrage der NGZ.

Der Dezernent, der für die städtischen Gebäude zuständig ist, wird am Donnerstag den Rat über diese Entwicklung informieren. Für ihn steht fest: "Die Firma hat grob fahrlässig gehandelt, als sie den Dachdecker im Juli zu spät beauftragte. Sie muss den Schaden umgehend beheben." Ropertz schließt nicht aus, dass es zu einem Rechtsstreit kommen werde.

(NGZ)