1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Streetwork-Arbeit in Innenstadt in Grevenbroich ist eingestellt

Es steht kein Personal zur Verfügung : Streetwork-Arbeit in Innenstadt eingestellt

Wegen der befristeten Verträge zwischen Stadt und Diakonischem Werk lässt sich kein Personal finden, die Stellen sind zurzeit unbesetzt. Im Sozialausschuss ging es um eine Lösung des Problems.

Sie sollen Kontakte zu Menschen mit Problemen knüpfen, Hilfen anbieten und vermitteln. Seit 2019 waren zwei Streetworker des Diakonischen Werks im Auftrag der Stadt in der Innenstadt, im Stadtpark und Bahnhofsquartier unterwegs. Bedarf besteht weiterhin, doch die Streetworker-Arbeit ruht derzeit. Der Grund: Es steht kein Personal zur Verfügung.

Mit dieser Nachricht kam André Fitzner vom Diakonischen Werk der Evangelischen Kirchengemeinden im Kreis in den Sozialausschuss. 2018 hatte die Stadt mit dem Diakonischen Werk einen Vertrag über die Streetwork-Arbeit mit anderthalb Stellen geschlossen – als zweite Säule neben der Verstärkung des Ordnungs- und Servicedienstes im Innenstadt-Bereich. Nach den ersten zwei Jahren wurde der Vertrag für je ein Haushaltsjahr verlängert, zuletzt bis Ende 2022. Und genau diese Befristungen sind das Problem.

Für so kurze Zeiträume lassen sich keine Mitarbeiter finden. Bereits 2021 hätten, wie Fitzner schildert, nach einem Weggang der ersten Streetworker zwei neue Mitarbeiter begonnen. Einer der beiden habe dann Ende 2021 aufgehört, die Kollegin im März 2022. Wegen der auf so kurze Zeit befristeten Verträge würden die Beschäftigten wechseln, wenn sich ihnen eine attraktivere, längerfristige Tätigkeit biete. Die erneute Stellensuche war bislang erfolglos. Mangels Bewerbungen geeigneter Kräfte seien beide Stellen unbesetzt, teilte Fitzner mit. Noch heute würden Menschen Hilfe suchen, aber keine Streetworker als Ansprechpartner vorfinden.

  • Detlef Behm, Tobias Liedtke und Guiseppe
    Stadtbetriebe Grevenbroich stocken Entsorgungs-Team auf : Kosten für wilde Müllkippen in Grevenbroich explodieren
  • Im Rettungsdienst sollen in Kempen künftig
    Stellenplan wird angepasst : Kempener Rettungsdienst bekommt mehr Personal
  • Auch der Schülerlauf durch Grevenbroich findet
    Großveranstaltung in Grevenbroich : Bislang 700 Meldungen für City-Lauf

Fitzner betont, dass der Bedarf weiter groß sei. Das geht auch aus dem Jahresbericht 2021 hervor. Um 80 „feste Klienten“ – etwa Wohnungslose, von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen oder Drogenkonsumenten – haben sich die Streetworker gekümmert. Mehr als 2800 Kontakte gab es 2021. Viel Zeit sei nötig, um Vertrauen aufzubauen. In vielen Fällen konnten Hilfen etwa bei der Sucht-, Schuldner- oder Arbeitslosenberatung vermittelt oder andere Unterstützung geleistet werden. „Die Arbeit muss dringend weitergehen. Wenn die Stellen längere Zeit unbesetzt sind, muss das Vertrauen wieder neu aufgebaut werden“, befand Norbert Norf (SPD). Heike Steinhäuser, Fachbereichsleiterin im Rathaus, empfahl der Politik, die Arbeit in eine unbefristete Förderung zu überführen.

Erster Beigeordneter Michael Heesch erklärte: „Es wird erwartet, dass hochwertige Arbeit in einem problematischen Umfeld geleistet wird, aber die Beschäftigten müssen dafür eine berufliche Perspektive erhalten.“ Es handele sich nicht mehr um ein Pilotmodell. Dies sei ein Thema für die nächsten Etatberatungen. Christoph Schiffer (CDU) erkundigte sich nach den Kosten. Die Stadt zahlt jährlich 118.000 Euro.

Eine Entscheidung traf der Ausschuss nicht, aber „wir wissen, was zu tun ist und werden das Thema in den Fraktionen besprechen, um eine Lösung zu finden“, sagte Vorsitzender Gunter Schillings (SPD).