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Grevenbroich: Street View verzichtet auf Grevenbroich-Bilder

Grevenbroich : Street View verzichtet auf Grevenbroich-Bilder

Für FDP-Chef Manfred Hermanns war es eine "gute Nachricht": Der Internet-Konzern Google will die deutsche Version seines Online-Angebots Street View nicht mehr erweitern oder aktualisieren. Neue Fotos werden demnach vorerst nicht mehr bei Street View Deutschland ins Netz gestellt.

"Diese Entscheidung ist konsequent und im Sinne des Freiheitsrechts der Bürger sowie des Datenschutzes zu begrüßen", sagt Hermanns. "Es scheint, als sei der Druck auf Google so groß geworden, dass das Unternehmen von seinem Vorhaben absieht."

Mit Google Street View bietet der US-Konzern 360-Grad-Panoramaansichten von ganzen Straßenzügen. Nutzer des Angebots können so einen virtuellen Rundgang durch viele Städte der Welt machen. In Deutschland hatten Politik, Datenschützer und besorgte Bürger jedoch eine Verletzung der Privatsphäre befürchtet. Auch in Grevenbroich waren die mit Kameras ausgerüsteten Google-Fahrzeuge bereits unterwegs, um Aufnahmen zu machen. Allerdings wurden diese Bilder bislang nicht ins Internet gestellt. Grevenbroich wird es folglich bei Google Street View nicht zu sehen geben.

Auch SPD-Chef Daniel Rinkert befürwortet die jetzt erfolgte Entscheidung von Google. "Es gibt natürlich immer zwei Seiten", räumt er ein. "Einerseits wollen wir alle mehr Information und Wissen. Andererseits gibt es die Bedenken in Sachen Datenschutz." Es sei gut zu sehen, dass der "Schutz der Bürger überwiege".

Nicht ganz so skeptisch sieht CDU-Chef Benedikt Jerusalem Street View. "Ich stehe dem eher neutral gegenüber. Jeder Bürger hat ein Widerspruchsrecht nutzen können und konnte ihn betreffende Bilder sperren lassen", sagt er. Andere Angebote wie zum Beispiel Google Earth sieht er weitaus kritischer. "Da kann man den Leuten auch in ihre Gärten gucken. Bei Street View sieht man hingegen nur das, was jeder von der Straße aus sehen kann."

Die nächste Aufregung steht jedoch bereits bevor: Microsoft arbeitet mit "Bing Maps Street Inside" an einem Street Views ähnlichen Angebot. Allerdings will der Software-Gigant den Bürgern nicht wie Google eine Vorabeinspruchsmöglichkeit einräumen. Gegen Street View hatten mehr als 100 Grevenbroicher diesen Vorab-Widerspruch genutzt.

(NGZ)