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Grevenbroich: Straße seit zehn Jahren Baustelle

Grevenbroich : Straße seit zehn Jahren Baustelle

Seit Jahren streiten Anwohner der Walrafstraße im Buckauviertel mit dem Bauträger Van der Looy. Sie fordern, dass er die Straße ertigstellt. Van der Looy will einen Ratsbeschluss abwarten. Die Stadt sieht sich nicht zuständig.

Polizei und Feuerwehr kennen die Walrafstraße inzwischen, aber Taxifahrer stehen oft immer noch vor einem Rätsel. Denn ein Namensschild gibt es nicht – obwohl die Straße schon rund zehn Jahre alt ist. Auch sonst sieht die kleine Wohnstraße im Buckauviertel aus, als seien die Bauarbeiter mitten in der Arbeit unterbrochen worden: Ein Stück Pflaster fehlt, alte Wasserrohre liegen in der Einfahrt, um die Straße provisorisch für den Durchgangsverkehr zu sperren. Wo eine Straßenlaterne stehen sollte, schauen nur Kabel aus der Erde, die ins Nichts führen. Eine andere Lampe fällt hin und wieder einfach aus.

Janette Scheuren (45) und Eric Mathias (45) können die Mängelliste in der Straße herunterrattern, so oft haben sie sich schon mit dem Thema beschäftigt. 2002 haben die Architektin und der Molkerei-Meister jeweils ein Haus an der Walrafstraße gekauft – und damit ein Stück der Privatstraße. Bauen und ausrüsten sollte sie der Bauträger Van der Looy. Vereinbart waren vollständiges Pflaster, Grünflächen, Schilder, vollständige Straßenbeleuchtung und Poller. "Aber van der Looy kümmert sich nicht", sagt Scheuren. Immer wieder haben die Anwohner sich beschwert. Sie halten den schlechten Zustand auch für gefährlich, etwa, weil ein Stück Pflaster abgesackt ist. Beseitigt wurden die meisten Mängel nicht. "Es ist eine Frechheit, uns so allein zu lassen", sagt Scheuren. "Auch die Stadt hilft nicht."

Grevenbroichs Stadt-Sprecher Andreas Sterken sieht die Stadtverwaltung nicht zuständig, weil die Walrafstraße eine Privatstraße ist. "Das ist eine Sache zwischen Hausbesitzern und Bauträger", sagt er. Wegen einer aktuellen Bauplanänderung könne die Stadt die Straße zwar möglicherweise übernehmen – aber nur, wenn sie ordnungsgemäß fertiggestellt ist. "Sonst müsste der Steuerzahler für die restlichen Arbeiten zahlen", sagt Sterken.

Daan Janssen, zuständiger Projektmanager bei Van der Looy, stellt auf NGZ-Anfrage in Aussicht, dass der Bauträger bald die restlichen Arbeiten erledigt: "Wir warten nur die Bebauungsplanänderung für das nebenliegende Gelände ab, wo Sozialwohnungen entstehen sollen", sagt er. Dieses Projekt hat zwar nicht direkt mit dem Stück der Walrafstraße zu tun, um das es den Anwohnern geht. Aber Van der Looy wolle die Arbeiten auf einmal machen, wenn Rechtssicherheit bestehe. "Wir bauen nichts, was wir hinterher wieder abreißen müssen." Der Bauplan könnte nach Angaben der Stadt noch in diesem Jahr vom Rat verabschiedet werden.

Möglicherweise wird aus der Walrafstraße dann eine fertige Wohnstraße – nach fast zehn Jahren Streit. Die Anwohner hatten sich das anders vorgestellt. "Viele sind hier mit kleinen Kindern eingezogen. Die sind bald groß", sagt Eric Mathias.

(NGZ)