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Grevenbroich: Stoppt Rot-Grün die Trasse?

Grevenbroich : Stoppt Rot-Grün die Trasse?

Legt die rot-grüne Landesregierung die Pläne für den Lückenschluss der Landstraße 361n in die Schublade? Ein Brief der Ministerpräsidentin an die Bürgermeisterin macht zurzeit wenig Hoffnung auf die Realisierung des Projekts.

Unter der von Jürgen Rüttgers (CDU) geführten Landesregierung genoss der Lückenschluss der Landstraße 361n oberste Priorität. Die seit Jahrzehnten geplante Umgehung zwischen Wevelinghoven und Kapellen schien in greifbarer Nähe. Ob das unter Rot-Grün so bleiben wird?

Die Gegner der Trasse schöpfen Hoffnung. Anlass dazu gibt ein Brief aus der Staatskanzlei in Düsseldorf an die Grevenbroicher Bürgermeisterin. Ursula Kwasny hatte sich bereits im Oktober schriftlich an Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) gewandt und sie um eine rasche Realisierung des Straßenbauprojekts gebeten. Die Antwort, die jetzt im Rathaus eintraf, hat die Verwaltungschefin jedoch nicht zufriedengestellt. Denn Kraft lässt ihr mitteilen, dass in Zeiten knapper Kassen lediglich dem Erhalt des bestehenden Straßennetzes Priorität eingeräumt wird.

"Aus diesem Grunde werden alle anstehenden Landesstraßenvorhaben unter der Berücksichtigung des Bedarfsplanes einer Überprüfung unterzogen", heißt es in dem Schreiben. Fast wortgleich äußert sich auch NRW-Verkehrsminister Harry Voigtsberger in einem Brief an die Stadt. "Das sind keine guten Nachrichten", sagt Kwasny. Sie will weiter für die Trasse kämpfen.

"Planung ist extrem teuer"

Wird Rot-Grün die Trasse stoppen? "Ich hoffe es", erklärt Dieter Dorok, verkehrspolitischer Sprecher des Bündnisgrünen. Seine Fraktion unterstütze die Einschätzung der Landesregierung: "Die Planung der Landstraße 361n ist extrem teuer und nicht umweltverträglich", sagt der Kapellener. Außerdem gehe von der geplanten Straße keinerlei Entlastung aus: "Wir wären froh, wenn sie nicht gebaut würde", so Dorok.

Die SPD in Grevenbroich bewertet das Schreiben aus der Staatskanzlei kritisch: "Wer zwischen den Zeilen liest, könnte daraus interpretieren, dass der Straßenbau nicht weiter verfolgt wird", betont Horst Gerbrand. Aus Sicht der Sozialdemokraten wäre das fatal: "Der Lückenschluss muss kommen, die Planung darf nicht in die Schublade wandern", so der Fraktionsvorsitzende: "Ich hoffe, dass die Briefe aus Düsseldorf nur eine Zwischenstands-Meldung sind."

Norbert Gand (CDU) will keinen weiteren Aufschub in Sachen L 361n hinnehmen: "Die Verkehrssituation in Wevelinghoven und Kapellen hat sich verschärft, die Bürger können keinen Aufschub mehr dulden." Der Fraktionschef appellierte an die Landesregierung, die Planung weiter zu verfolgen: "Sie muss höchste Priorität genießen – im Interesse der Menschen, die unter dem Verkehr leiden."

(NGZ)