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Grevenbroich: Stiftung unterstützt St.-Martin-Gemeinde

Grevenbroich : Stiftung unterstützt St.-Martin-Gemeinde

Die "Stiftung für Kunst und Baukultur Ulrich und Birgit Findeisen" fördert die katholische Kirche in Frimmersdorf. Zurzeit wird eine Marien-Statue, die aus dem 17. Jahrhundert stammen könnte, aufwendig restauriert.

Die Gottesmutter ist in "Kur" in Rommerskirchen-Hoeningen, doch schon bald wird sie in ihre Heimat — in die katholische Kirchengemeinde St. Martin Frimmersdorf — zurückkehren. Die Madonnen-Statue mit Christuskind wird zurzeit von Restauratorin Sabine Allroggen erneuert.

Möglich macht dies die "Stiftung für Kunst und Baukultur Ulrich und Birgit Findeisen" mit Verwaltungssitz in Grevenbroich. Sie stellt für die Kirchengemeinde 8000 Euro pro Jahr zur Verfügung; begonnen hat sie damit im vergangenen Jahr, wie Stiftungssprecher Nikolaus Zumbusch erläutert.

Im Jahr 2007 hatte das Ehepaar Findeisen — er als Architekt, sie als Künstlerin — seine Stiftung gegründet und drei Millionen Euro eingebracht. Im März 2010 starb Birgit Findeisen. Das Ziel der Stiftung, die auch ihren Namen trägt: Projekte in den Bereichen Kunst und Baukultur zu fördern. Als ein Beispiel für ein Stiftungsprojekt nennt Nikolaus Zumbusch den Neubau einer Musikschule in der Stadt Löhne. Warum dort? "Nach Löhne gab es enge Bindungen der Familie Findeisen."

Bisher sei die Stiftung mit Blick auf die Öffentlichkeit zurückhaltend gewesen. "Wir agieren eher still", so Nikolaus Zumbusch. Mit dem Stiftungskapital werden unterschiedliche Projekte finanziert — sie vergibt Stipendien an Studenten im kulturellen Bereich oder fördert einzelne Projekte, gewährt Zuschüsse für herausragende kulturelle Projekte. Laut Zumbusch gebe es immer wieder aktive Bewerbungen. Manchmal würden die Mitglieder von Stiftungsrat und Kuratorium auch selbst förderwürdige Vorhaben auswählen. Voraussetzung: Sie müssen zum Ziel der Stiftung passen sowie auf "Nachhaltigkeit und Langfristigkeit" ausgerichtet sein, berichtet Nikolaus Zumbusch. Keine Überraschung, dass er für die Kirche in Frimmersdorf, die die Stiftung jetzt unterstützt, diese Kriterien als erfüllt betrachtet.

Die Restaurierung der 91 Zentimeter hohen Madonnen-Statue war notwendig: Die Holz-Figur hatte an ihrem bisherigen Standort — im Kapitelsaal des Pfarrhauses in einer Nische über der Heizung — unter der trockenen Luft gelitten. "Die farbige Oberfläche, die Fassung, hatte sich teilweise vom Holz gelöst. Es gab schon einige Fehlstellen", erläutert Diplom-Restauratorin Sabine Allroggen. Mit Knochenleim habe sie die gelockerten Farbschichten fixiert, Fehlstellen retuschiert und Teile der Krone neu vergoldet. "Die Madonna ist so gut wie fertig."

"Wir freuen uns, dass die Stiftung mit der Spende die Restaurierung unseres alten Schatzes übernimmt", erklärt Carola Uebber vom Kirchenvorstand. Das Alter der Statue ist nicht genau bekannt. "Es gibt Hinweise, dass sie aus dem 15. oder aus dem 17. Jahrhundert stammt." Künftig soll die Madonna in der Kirche aufgestellt werden. "Sie passt gut zu den Altären", sagt Uebber. Und im Gotteshaus können natürlich auch viel mehr Menschen die restaurierte Marien-Statue sehen.

(NGZ)