Grevenbroich: Start für Umwelt-Sanierung in Kapellen

Grevenbroich : Start für Umwelt-Sanierung in Kapellen

Ein Beweissicherungsverfahren markiert ab Mittwoch den Start für die Sanierung im Kapellener Neubaugebiet. An insgesamt 26 Stellen werden Proben des angeblich mit Schwermetallen belasteten Pflasterunterbaus entnommen.

Nach den Osterfeiertagen beginnt ein umfangreiches Beweissicherungsverfahren im Kapellener Neubaugebiet. Mitarbeiter des Prüflabors "Geotaix Umwelttechnologie" aus Würselen werden Proben des Bettungsmaterials unter dem Pflaster mehrerer Straßen entnehmen. Wie Rathaussprecher Andreas Sterken gestern gegenüber der NGZ erklärte, wird mit diesen Arbeiten am kommenden Mittwoch, 3. April, begonnen. Insgesamt sind Bohrungen an 26 Stellen vorgesehen — betroffen sind Teilabschnitte von Melissen-, Mistel- und Malvenweg sowie der Straßen "Im Weizenfeld" und "Am Gehöft".

Der Grund für diese Aktion: Die Stadt und der Projektentwickler DSK werfen dem Bauunternehmen Tholen aus Geilenkirchen vor, unter Teilen des Straßenpflasters ein schwermetallhaltiges Bettungsmaterial verlegt zu haben. Die Firma wies die Vorwürfe von Anfang an zurück. Nach ihrer Darstellung liege keine Umweltbelastung vor, die einen Austausch zwingend erforderlich mache. Der Rhein-Kreis Neuss hat im Januar eine Ordnungsverfügung erlassen, nach der das Material bis Oktober dieses Jahres ausgetauscht werden muss. "Das ist für uns das Startzeichen", sagte Michael Stief von der DSK.

Bevor die Sanierung im Neubaugebiet beginnt, wollen Projektentwickler und Stadt noch einmal Beweise sichern, mit denen sie ihre Vorwürfe untermauern wollen. "Für Probeentnahmen, Bohrungen, Analytik und Gutachten wird ein Zeitraum von etwa drei Wochen benötigt", erklärt Andreas Sterken. Danach — voraussichtlich Ende April — soll der Austausch des Bettungsmaterials erfolgen.

Mit diesen Arbeiten wurde die Firma Raeder aus Mönchengladbach beauftragt. Die Mitarbeiter werden nicht nur den Unterbau austauschen, sondern auch das gesamte Straßenpflaster. "Die Steine werden nicht mehr für den Rückbau verwendet", stellte Andreas Sterken gestern klar. Sie werden durch neues Pflaster ausgetauscht.

Bei der Sanierung, die Mitte August abgeschlossen werden soll, wird ein Saugbagger eingesetzt. Mit Hilfe dieses überdimensionalen "Staubsaugers" sollen Umweltbelastungen vermieden werden. Dieses Verfahren will die DSK im Rahmen der Beweissicherung testen — auch um die geplanten Arbeitsabläufe gegebenenfalls zu verbessern.

An einer Entnahmestelle in der Nähe des zentralen Grünzuges wird dafür ein größeres Probefeld geöffnet. Diese Arbeiten werden von Staubemissions-Messungen begleitet, zudem sollen Schwermetallgehalte über die Filteranlage des Saugbaggers bestimmt werden. "Nachdem das Bettungsmaterial entfernt wurde, wird das Probefeld bis zum eigentlichen Rückbau mit Schotter verschlossen", so Andreas Sterken.

Nach den Osterferien wird die DSK die Anlieger zu einer Bürgersprechstunde am Mistelweg einladen, um detailliert über die Sanierungsmaßnahme aufzuklären und Fragen zu beantworten. Darüber hinaus wird den Bewohnern des Neubaugebiets noch eine schriftliche Information zugestellt.

(NGZ/rl)
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